Wichtig ist jetzt, klar zu definieren, was unter das "unbedingt aufrechtzuerhaltende Kerngeschäft“ fällt.

Wichtig ist jetzt, klar zu definieren, was unter das "unbedingt aufrechtzuerhaltende Kerngeschäft“ fällt.

Bild: @ Parilov/AdobeStock

Die europäische Kommission fordert die Mitgliedsländer auf, Überwachungssysteme auf Sars-CoV-2 im Abwasser einzurichten. Die Erfahrungen der Mitgliedstaaten in diesem Bereich hätten gezeigt, dass dies eine kostengünstige, schnelle und zuverlässige Informationsquelle über die Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung darstellen kann, heißt es in einer Veröffentlichung im „Amtsblatt der Europäischen Union“.

Die EU-Länder sollen das System „so bald wie möglich“, spätestens aber bis zum 1. Oktober aufbauen. Die Einrichtung eines solchen Systems ist nach Meinung der EU innerhalb von sechs Monaten möglich, da die Abwasseranlagen-Betreiber „an die Überwachung verschiedener Parameter in ihren Anlagen gewöhnt sind“, stellt die EU-Kommission fest.

Definition der Entnahmestellen

Das Abwasser-Überwachungssystem sollte „einen erheblichen Teil der Bevölkerung“ des jeweiligen Mitgliedstaats erfassen. Es sollte mindestens das Abwasser aus Großstädten mit mehr als 150.000 Einwohnern abdecken und möglichst mindestens zwei Probenahmen pro Woche umfassen. Eventuell sollten zusätzliche Entnahmestellen ausgewählt werden, zum Beispiel an touristisch beliebten Orten, Hauptabwasserkanälen, Verkehrsknotenpunkten oder Krankenhäusern. Die Ergebnisse der Abwasserüberwachung sollten dann auf elektronischem Wege an die zuständigen Gesundheitsbehörden gemeldet werden.

Um zu gewährleisten, dass die Daten vergleichbar sind, gibt die EU eine Reihe von Details zur Probenentnahme, zu den Laborverfahren sowie zur Dokumentation vor. Die Kommission wird nämlich für einen besseren Austausch auch eine europäische Austauschplattform aufbauen. Sobald diese betriebsbereit ist, sollen die Länder ihre Abwasserwerte auch dorthin übermitteln. Die Plattform soll  darüber hinaus über Methoden für die Probennahme und Analysen informieren sowie eine Liste von relevanten Sachverständigen führen.

Für zukünftige Pandemien

Im Zusammenhang mit der anhaltenden Covid19-Pandemie könne die Überwachung von Sars-CoV-2 im Abwasser eine wichtige ergänzende und unabhängige Informationen für die Entscheidungsfindung im Bereich der öffentlichen Gesundheit liefern. Sie sei ein Instrument zur Beobachtung von Trends, aber biete keine allumfassenden Lösungen, schränkt die EU ein.

Um die Durchführung dieser EU-Empfehlung zu beschleunigen und zu unterstützen, werden „erforderlichenfalls“ EU-Mittel bereitgestellt. Die EU will das neue Überwachungssystem nicht nur im Hinblick auf die aktuelle Situation, sondern auch für die Zukunft einrichten. Damit soll frühzeitig vor einer möglichen künftigen Verbreitung anderer bedenklicher Krankheitserreger oder vor Bedrohungen durch andere Schadstoffe warnen, „die zunehmend Anlass zur Besorgnis geben", so die Kommission. (hp)

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