Europa muss sich aus Sicht der EU-Kommission viel gezielter gegen Hitze, Stürme, Dürren und andere Folgen des Klimawandels wappnen, um Milliardenschäden in Grenzen zu halten. Kommissionsvize Frans Timmermans legte am Mittwoch in Brüssel eine Anpassungsstrategie vor, die vor allem auf Informationsaustausch über lokale Folgen der globalen Erwärmung und über erfolgreiche Gegenmaßnahmen setzt. Aus diversen EU-Töpfen stehen Milliardensummen zur Verfügung.
Die Corona-Krise zeige, welche schlimmen Folgen unzureichende Vorbereitung habe, erklärte Timmermans. «Es gibt keinen Impfstoff gegen die Klimakrise, aber wir können sie bekämpfen und uns auf die unvermeidlichen Auswirkungen vorbereiten.» Die Eckpunkte seiner Strategie heißen: mehr Wissen über die Klimafolgen, genauere Einschätzung der Risiken, schneller reagieren, den internationalen Partnern verstärkt helfen.
Große wirtschaftliche Schäden
Die wirtschaftlichen Schäden durch Folgen des Klimawandels in der EU liegen nach Angaben der Kommission derzeit bei durchschnittlich 12 Mrd. Euro pro Jahr. Würde die Erwärmung nicht wie geplant unter zwei Grad gestoppt, sondern stiege auf drei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, würden die Verluste auf mindestens 170 Mrd. Euro pro Jahr wachsen, rechnete die Kommission vor.
„Wir müssen Klimaschutz, Klimaanpassung und Umweltschutz stärker als bisher zusammendenken, so wie es der Green Deal angestoßen hat. Wir begrüßen daher die heute vorgestellte neue EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel“, sagte Karsten Specht, Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU).
Konkurrenz ums Wasser nimmt zu
Die kommunalen Unternehmen in Deutschland bereiteten sich bereits mit vielen Maßnahmen auf den Klimawandel vor. Besonders gefordert seien hier die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung. Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit nähmen Nutzungskonkurrenzen um die Ressource Wasser zu. Priorität müsse daher sein, dass die Sicherheit der Trinkwasserversorgung auch in Zukunft immer gewährleistet werden kann.
„Das betrifft sowohl die Quantität als auch die Qualität der Ressourcen, aus denen Trinkwasser gewonnen wird“, so Specht weiter. „Das Vorsorge- und das Verursacherprinzip müssen daher entschiedener in der europäischen Gesetzgebung zum Tragen kommen und stringenter umgesetzt werden.“ (dpa/hp)



