35 Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl haben Rheinland-Pfalz, das Saarland und Luxemburg erneut die Abschaltung des Atomkraftwerks Cattenom in Frankreich gefordert. Eine neue Studie belege, dass eine Versorgungssicherheit auch nach einer Schließung des Meilers in der Region gesichert sei, teilten die Regierungen mit.
Das pannengeplagte AKW Cattenom in Lothringen ist nur zwölf Kilometer von der deutschen Grenze und neun Kilometer von Luxemburg entfernt. Luxemburg, Rheinland-Pfalz und das Saarland sehen in dem alten Atomkraftwerk ein Sicherheitsrisiko für die Region. "Das AKW Cattenom muss vom Netz genommen werden. Eine Laufzeit-Verlängerung ist unnötig und völlig inakzeptabel", teilten sie weiter mit.
Mehrere AKWs sollen vom Netz
Die französische Regierung plane, in den kommenden Jahren mehrere Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen. Die vorgelegte Studie, die unter Federführung von Luxemburg beauftragt wurde, zeige, dass Cattenom "zu jenen Anlagen zählen kann, die prioritär abgeschaltet werden können."
Man werde sich "in enger Abstimmung für diesen überfälligen Schritt einsetzen und gegen die geplante Verlängerung der Betriebsdauer des AKW Cattenom über 40 Jahre hinaus vorgehen", hieß es. Atomkraft müsse angesichts ihrer unabsehbaren Folgen und Gefahren "endgültig der Vergangenheit angehören."
Auch Belgien plant Ausstieg
Darüber hinaus dürften keine öffentlichen Gelder zur Förderung des Ausbaus der Atomenergie mehr fließen. Deutschland zeige, "dass ein hochmodernes und wichtiges Industrieland aus der Atomkraft aussteigen kann."
Auch Belgien plane den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft, teilten die Länder mit. Die vier Reaktoren in Cattenom gingen 1986, 1987, 1990 und 1991 ans Netz. Im Umkreis von 50 Kilometern um den Meiler wohnen rund 1,5 Mio. Menschen. (dpa/jk)



