Rainer Seele, der scheidende Chef der OMV, macht sich für blauen Wasserstoff aus Russland stark. Wenn Europa weiter eine sichere und nachhaltige Energieversorgung erreichen wolle, brauche man dazu Wasserstoff aus Erdgas mit unterirdischer Speicherung von CO2, schreibt der Manager in einem Gastbeitrag für die FAZ.
Es sei nicht nachvollziehbar, dass sich die EU selbst künstliche Grenzen setze, indem sie die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid in fast allen Mitgliedsländern verbiete. Die CO2-Speicherung könne schnell und vergleichsweise kostengünstig die Emissionen durch die Einlagerung in unterirdische Lagerstätten reduzieren, argumentiert Seele weiter.
Seele: Europa braucht blauen Wasserstoff
Europa könne es sich nicht leisten, Wasserstoff aus fossilen Quellen abzulehnen. Eine Wasserstoff-Allianz mit Russland könne dabei helfen, die Klimaziele zu erreichen, ist der OMV-Chef überzeugt. Nur auf grünen Wasserstoff zu setzen, sei unrealistisch. „Der Strom aus erneuerbarer Energie wird nicht ausreichen, um in absehbarer Zeit genügend grünen Wasserstoff für die Industrie in der EU zu wettbewerbsfähigen Preisen zu produzieren“, ist Seele überzeugt. Deshalb führe an einer Allianz mit Gasländern wie Russland kein Weg vorbei.
In seinem Gastbeitrag äußert sich Seele auch zur Fertigstellung der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Diese sei ein „Meilenstein für die Versorgungssicherheit in Europa“. Es gehe dabei keineswegs darum, künftige Transitmonopole zu schaffen, betont der Konzernchef.
Rainer Seele wird OMV spätestens am 30. Juni 2022 verlassen. Er steht seit Mitte 2015 an der Spitze des Unternehmens. Seele ist zudem Präsident der Russischen Auslandshandelskammer (AHK). (amo)



