Hintergrund des Lieferstopps des russischen Energieunternehmens Rao Nordic nach Finnland ist angeblich eine ausgebliebene Zahlung. «Wir sind daher gezwungen, den Stromimport vom 14. Mai an einzustellen», hieß es in einer Mitteilung. Rao Nordic ist nach eigenen Angaben einer der führenden Importeure russischer Elektrizität in die nordischen Länder und gehört zu Inter Rao, Russlands größtem Energiekonzern im Import-Export-Geschäft.
Der Lieferstopp kommt beinahe zeitgleich mit der Entscheidung der Sozialdemokraten in Finnland über einen möglichen Nato-Beitritt des Landes. Nach Präsident Sauli Niinistö und Regierungschefin Sanna Marin haben sich in Finnland auch Marins Sozialdemokraten am Samstag für eine Nato-Mitgliedschaft ihres Landes ausgesprochen.
Wichtiger Markt für Russland
Moskau hatte bereits angekündigt, auf einen möglichen Nato-Beitritt Finnlands «entsprechend zu antworten». Es gab daher bereits Spekulationen über einen Energie-Lieferstopp. Ob es einen Zusammenhang gibt, war aber zunächst nicht klar.
Für Inter Rao ist Finnland der wichtigste Exportmarkt. 2021 wurden demnach 8,2 Mrd. Kilowattstunden Elektroenergie dorthin verkauft – von ins Ausland verkauften 21,77 Mrd. Kilowattstunden insgesamt. Im April hatte russischen Medien zufolge der finnische Stromnetzbetreiber Fingrid mitgeteilt, wegen der internationalen Lage seine Geschäfte mit Russland zu reduzieren und den Import zu senken. (dpa/hp)



