Die Schweizer haben dem erleichterten Ausbau erneuerbarer Energien zugestimmt. Bei einer Volksabstimmung sprachen sich am Sonntag laut Hochrechnung 69 Prozent der Bürger dafür aus, dass 16 Wasserkraftwerke neu oder ausgebaut werden können. Auch große Solar- und Windkraftanlagen können – wie von der Regierung erhofft – nun leichter umgesetzt werden. Damit soll mehr einheimischer Strom produziert werden.
In einem früheren Volksentscheid hatten die Schweizer bereits 2017 entschieden, keine neuen AKW mehr zu bauen. Sobald alle verbliebenen Atom-Reaktoren abgeschaltet sind, könnte in der Schweiz schätzungsweise ein zusätzlicher Strombedarf von 50 Terawattstunden (TWh) entstehen. Dies will die Schweiz langfristig durch den Ausbau von Wasser-, Sonnen- und Windkraft ausgleichen.
Neue Stromgemeinschaften
Das neue Gesetz sieht unter anderem vor, dass die Schweiz im Winter nicht mehr als 5 Terawattstunden (TWh) Strom importieren muss. Dabei soll der zusätzliche Solarstrom vor allem auf bereits bestehenden Gebäuden produziert werden. Die Bewilligungsverfahren dazu sollen beschleunigt werden.
Die Bevölkerung soll unter anderem durch lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) an der Energiewende teilnehmen. In diesen Gemeinschaften können sich Privatpersonen und lokale Unternehmen als Produzenten und Konsumenten zusammenschließen, um lokal produzierten Strom gemeinschaftlich über die bestehende Netzinfrastruktur zu nutzen.
Abhängigkeit von Atomkraft
Gegen das neue Stromversorgungsgesetz hatte es auch Widerstand gegeben. Die Gegner des Vorhabens hatten argumentiert, dass es keinen Sinn mache, für die Energiewende Wälder zugunsten von Windkraftanlagen zu roden, Alpenlandschaften mit Solarpanels zu verschandeln und Biotope für Wasserkraft zu überfluten.
Die Schweiz ist aktuell noch stark von Atomkraft abhängig. 36 Prozent der Energie stammt aus den Atommeilern. Sie dürfen noch so lange genutzt werden, wie sie sicher sind. (jk mit dpa)



