Von Hans-Peter Hoeren
Die Bundesnetzagentur hält sich aus der Frage, wie viele Verteilnetzbetreiber in Deutschland benötigt werden, strikt heraus. "Wir machen keine Strukturpolitik", sagt die BNetzA-Vizepräsidentin Barbie Kornelia Haller in einem Interview mit der ZfK, das am Montag (4. August) in der Beilage zum VKU-Stadwerkekongress 2025 erscheinen wird. Diese ist Teil der ZfK-Printausgabe für den August.
Kleine Netzbetreiber seien nicht notwendigerweise schlechter oder ineffizienter als große, zumal Größe auch den effizienten Betrieb eines Mehrspartenunternehmens dargestellt werden könne, erklärt Haller weiter. "Wir bestehen aber im Interesse der Kunden darauf, dass kleine und große Netzbetreiber alle Anforderungen an den modernen Netzbetrieb und die Nutzbarmachung der Energiewende für den Verbraucher erfüllen." Hier könne es keine Abstriche geben. "Eine Diskussion darüber, dass kleine Verteilnetzbetreiber Anforderungen nicht erfüllen müssen, brauchen sie mit der BNetzA nicht zu führen. Auch wer klein ist und es bleiben will, muss leistungsfähig sein."
Klare Position auch zum Nest-Prozess und vermiedenen Netzentgelten
In dem Gespräch mit der ZfK äußert sie sich unter anderem auch klar zum laufenden sogenannten Nest-Prozess und zu den vermiedenen Netzentgelten. Kornelia Barbie Haller wird auf dem diesjährigen VKU-Stadtwerkekongress in Mainz am 30. September und ersten Oktober über die Reform des Regulierungsrahmens sprechen, und darüber, was noch für die Transformation der Netze notwendig ist. Mehr zum Programm der Veranstaltung finden Sie hier.
Warum Krefeld eine andere Position zum Thema Wärmepumpen-Förderung hat
Das Interview mit der BNetzA-Vizechfin ist aber nur eines der interessanten Themen in der Sonderbeilage. In einem weiteren Interview zeigt VKU-Vizepräsident Carsten Liedtke auf, was jetzt in Sachen Wärmewende energiepolitisch geschehen muss. Außerdem erklärt der Liedtke, der hauptamtlich Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Krefeld ist, warum man sich in der nord-rheinwestfälischen Großstadt eine Förderung von Wärmepumpen auch in künftigen Fernwärme-Vorranggebieten wünscht.
Dass im Bereich der Kooperationen immer mehr in Bewegung kommt in der Kommunalwirtschaft, insbesondere auch im Bereich der Verteilnetzbetreiber, zeigt die Leiterin der VKU-Akademie Christina Zenke in einem Artikel auf. Neben der Netzregulierung, der Wärmewende und den Finanzierungsherausforderungen wird auch das Thema Mindset und Führen in der Transformation ein wichtiger Bestandteil des VKU-Stadtwerke-Kongresses sein. Ein Höhepunkt dürfte die Keynote des bekannten, ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichters Deniz Aytekin zum Thema "Wertschätzend führen, souverän entscheiden" werden. Außerdem in der Beilage: Ein Artikel über die Wärmewende in Mainz und die Wasserstoffstrategie des diesjährigen Gastgebers des Kongresses, den Mainzer Stadtwerken.



