Die EU-Kommission soll einen freiwilligen "Intelligenzindikator" entwickeln.

Die EU-Kommission soll einen freiwilligen "Intelligenzindikator" entwickeln.

Bild: © Schmuttel/Pixelio

Die geplante Neuaufteilung der Geschäfte der Energieriesen Eon und RWE hat eine erste kartellrechtliche Hürde genommen. RWE hat grünes Licht von der EU-Kommission für die Übernahme des Großteils der Eon-Kapazitäten zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und aus Atomkraft erhalten. Das Vorhaben sei wettbewerbsrechtlich unbedenklich, teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit. Auflagen machte die Kommission nicht.

Das Bundeskartellamt billigte gleichzeitig die Minderheitsbeteiligung von knapp 16,7 Prozent, die RWE an Eon erhalten soll. Durch diesen Teil der Transaktion verändere sich die Marktposition von RWE "nur minimal", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. RWE-Finanzchef Markus Krebber nannte die Entscheidung der Kartellbehörden "eine sehr gute Nachricht". Sie sei ein Meilenstein auf dem Weg, "RWE zu einem global führenden Unternehmen im Geschäft mit erneuerbaren Energien zu machen".

Teile des Deals sind noch nicht beurteilt

Noch nicht entschieden hat die EU-Kommission über einen weiteren Teil des Milliardendeals. Danach soll Eon das Netz- und das Endkundengeschäft der RWE-Tochter Innogy übernehmen. Eon will sich künftig auf die Verteilung von Strom und Gas und den Einzelhandel konzentrieren, RWE auf die Stromerzeugung aus konventionellen und erneuerbaren Energien sowie den Großhandel.

Die Erzeugungskapazitäten von RWE stiegen durch den Deal um weniger als 1 Prozent, stellte Brüssel fest. Derzeit habe RWE einen Marktanteil an der deutschen Stromerzeugung von 20 Prozent. RWE sei weiterhin "mit einem wirksamen Wettbewerb konfrontiert". Ein Teil des Zuwachses sei zudem lediglich vorübergehender Natur, da die an RWE übertragenen Nuklearkapazitäten bis spätestens Ende 2022 stillgelegt werden müssten. Der Wettbewerb auf den Märkten für Stromerzeugung und -großhandel werde nicht behindert.

Kritik von Wettbewerbern

An der geplanten Übernahme der Energienetze und des Vertriebsgeschäfts der RWE-Tochter Innogy durch Eon gibt es Kritik von Wettbewerbern. Eon würde durch den Deal zu einem der größten Versorger Europas aufsteigen, der rund 50 Millionen Kunden versorgt und mehr als 1,5 Millionen Kilometer an Strom- und Gasnetzen betreibt. RWE sieht sich nach dem für Mitte des Jahres erwarteten Abschlusses des Geschäfts als Nummer drei bei den erneuerbaren Energien in Europa. (dpa/al)

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