Mehrere Verbände laufen Sturm wegen der geplanten Konditionen für die KWK im Kohleausstiegsgesetz.

Mehrere Verbände laufen Sturm wegen der geplanten Konditionen für die KWK im Kohleausstiegsgesetz.

Bild: © XtravaganT/AdobeStock

Die Ergebnisse der Dezember-Ausschreibung für Kraft-Wärme-Kopplung-(KWK)-Projekte und innovative KWK-Projekte zeichnen ein altbekanntes Bild: Ersteres ist überzeichnet, zweiteres ist unterzeichnet, so die Quintessenz aus der Mitteilung der Bundesnetzagentur. Zu der ausgeschriebenen Menge für KWK-Anlagen von 86,549 Megawatt wurden 19 Gebote mit einem Volumen von 106,132 Megawatt eingereicht.

Zum Vergleich: Zur Juni-Ausschreibung wurden noch 23 Gebote mit einem Volumen von 139,656 MW auf ein Ausschreibungsvolumen von 82.240 MW abgegeben. Von den 17 zulässigen Geboten erhielten 12 Gebote mit einem Volumen von 85,975 Megawatt einen Zuschlag. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert liegt bei 6,14 ct/kWh, und damit über dem Vergleichswert von 5,87 ct/kWh in der vorigen Ausschreibung zum Gebotstermin 1. Juni 2022. 

Ausschreibung für innovative KWK-Systeme

Zur ausgeschriebenen Menge für innovative KWK-Systeme von 25 Megawatt wurden sechs Gebote mit einem Volumen von 18,204 Megawatt eingereicht. Zum Vergleich: Zur Juni-Ausschreibung wurde auf eine Menge von 25 MW Angebote mit einem Volumen von rund 19,733 Megawatt eingereicht. Die fünf zulässigen Gebote mit einem Volumen von 15,104 Megawatt erhielten einen Zuschlag. Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 11,22 ct/kWh und liegt damit unter dem Vergleichswert von 11,74 ct/kWh in der vorigen Ausschreibung zum Gebotstermin 1. Juni 2022.

B.KWK sieht Bestätigung der KWK

"Dass der Trend der Überzeichnung für die konventionellen KWK-Ausschreibung auch in der Energiekrise nicht gebrochen wurde, sehen wir als Bestätigung, dass sich unser Einsatz der vergangenen Monate für sichere Rahmenbedingungen für die KWK lohnt. Wodurch der wichtige Zubau für die Spitzenlastdeckung weiter vorangeht", kommentiert der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) die Ausschreibungsergebnisse in seinem Pressestament. Es bleibe der Wermutstropfen, dass die Ausschreibungsmenge "nach wie vor zu gering angesetzt ist und der Ausbaunotwendigkeit und dem Ausbauwillen der Branche nicht gerecht wird".

Um die Zubaumengen des Bundeswirtschaftsministeriums von 15 GW bis 2030 an Strom und Wärme Residuallastdeckenden KWK-Anlagen zu installieren, würden ca. 2 GW an Ausschreibungsvolumen pro Jahr benötigt stellt, B.KWK-Präsident Claus-Heinrich Stahl fest.

iKWK Ergebnis sei Ergebnis von Verunsicherung

"Die erneute Unterzeichnung des iKWK-Bereiches bestätigt die Verunsicherung der Marktteilnehmer, vor der wir bereits mit dem Entwurf des Osterpakets gewarnt hatten. Insbesondere die Streichung von Biomethan aus dem KWKG hatte zu massiven Verlusten bei der Investitionsbereitschaft in innovative KWK-Systeme geführt", heißt es in dem Statement ferner.

"Unsere Hoffnung ist, dass mit der Aufhebung der Streichung und den Verbesserungen der iKWK-Regelungen in Hinblick auf die unterjährige Anrechnung der Referenzwärme aus erneuerbaren Energien und der Entscheidung der Clearingstelle zur Rücklaufeinspeisung zukünftig mehr iKWK-Konzepte möglich werden und die Ausschreibungen in Zukunft besser gefüllt sind", verweist der Verband auf derzeitige positive Entwicklungen.

Stahl betont dennoch: "Auch hier sehen wir, dass die Irritationen der Politik und Aussagen des Ministers zu einer Zurückhaltung der Investoren führt und wir in eine gewaltige Erzeugungslücke bei der hochflexiblen gesicherten Kraftwerksleistung steuern, wenn Dunkelflauten vorherrschen." (gun)

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