Energiekonzern RWE geht für das laufende Jahr von mehr Gewinn als bislang geplant aus.

Energiekonzern RWE geht für das laufende Jahr von mehr Gewinn als bislang geplant aus.

Bild: © Andreas Baumer/ZfK

Deutschlands große Stromproduzenten haben ihren Marktanteil im vergangenen Jahr ausgebaut. Das geht aus dem jüngsten Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt hervor. Demnach stammten 66,5 Prozent der erzeugten Elektrizität hierzulande aus Anlagen der fünf größten Stromerzeuger – ein Plus von 1,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

"Durch die Marktverknappung bei der konventionellen Stromerzeugung, die zudem noch die aufgrund der wind- und sonnenarmen Witterung  ausbleibenden Erzeugungsmenge aus erneuerbaren Energieträgern ersetzen musste, haben die verbleibenden Erzeugungskapazitäten bei einem insgesamt kleiner werdenden konventionellen Kraftwerkspark eine zunehmende Bedeutung" heißt es in einer Zusammenfassung des Berichts. "Im Falle der größeren Anbieter sind die Erzeugungsmengen angestiegen."

Keine marktbeherrschende Stellung auf Endkundenmärkten

Die Stromerzeuger werden im Bericht nicht namentlich genannt. Es dürfte sich dabei aber um die Konzerne RWE, Leag, EnBW, Vattenfall und Uniper handeln. Dem Essener Stromerzeuger RWE hatte das Bundeskartellamt im Februar auf Basis der Daten von 2020 eine "marktbeherrschende Stellung" bescheinigt.

Auf den Endkundenmärkten lagen die Marktanteile der vier absatzstärksten Strom- und Gaslieferanten nach Aussage der beiden Bundesbehörden dagegen unter den gesetzlichen Vermutungsschwellen für eine marktbeherrschende Stellung. Angesichts dessen sei weiterhin davon auszugehen, dass auf diesen Märkten kein Anbieter marktbeherrschend sei, heißt es in der Zusammenfassung.

Lokale Grundversorger weiter bestimmend

Weiterhin dominieren lokale Grundversorger den Haushaltskundenmarkt. Sie lieferten 61 Prozent der dort verbrauchten Strommenge, wobei der Großteil über Wahltarife versorgt wurde (37 Prozent) und ein kleinerer Teil über den Grundversorgungstarif (24 Prozent).

Im Vorjahr war der mengenbezogene Anteil der Haushaltskunden in der Grundversorgung noch bei rund 26 Prozent gelegen. Der Mengenanteil, der auf Wahltarife zurückzuführen war, blieb gleich. "Die immer noch starke Stellung der Grundversorger in ihren jeweiligen Versorgungsgebieten ist damit im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben", bilanzierten die Behörden.

Gas-Grundversorger mit kleinem Anteil

Noch etwas stärker ist die Stellung lokaler Grundversorger auf dem Gasendkundenmarkt. Hier wurde im vergangenen Jahr knapp die Hälfte der Haushaltskunden (48 Prozent) durch den lokalen Grundversorger beliefert. 16 Prozent der Haushaltskunden bezogen Gas über einen Grundversorgungstarif.

Besonders interessant sind auch die für vergangenes Jahr gelisteten Lieferantenwechsel. Auf dem Strommarkt sank die Zahl mit fast 4,8 Mio. Wechseln leicht. Die Wechselquote lag bei 9,7 Prozent (Vorjahr: 10,9 Prozent).

0,9 Mio. Stromkunden von Lieferstopps betroffen

Nicht berücksichtigt sind hier sogenannte unfreiwillige Wechsel. Gemeint sind Wechsel aufgrund von Lieferantenkündigungen oder Insolvenzen. Schlagzeilen machte insbesondere der Discounteranbieter Stromio, der am 21. Dezember abrupt die Lieferung einstellte. Laut Monitoringbericht kamen insgesamt 0,9 Mio. Haushaltskunden unfreiwillig zu neuen Lieferanten.

Auch auf dem Gasmarkt nahm die Wechselfreude offenbar ab. "Möglicherweise scheuten Neuwechsler aufgrund mangelnder preislicher Alternativen den Schritt zu einem neuen Gasanbieter", heißt es in dem Bericht. Demnach wechselten 1,3 Mio. Haushaltskunden freiwillig ihren Lieferanten. Knapp 350.000 Kunden wiederum kamen wegen Lieferantenkündigungen oder Insolvenzen zu neuen Versorgern. Auch hier dürfte ein Löwenanteil auf den Anbieter Gas.de zurückzuführen sein, der im Dezember seine Lieferung beendete.

Zahl der Stromsperren steigt

Die Zahl der von den Netzbetreibern durchgeführten Stromsperren lag im vergangenen Jahr bei knapp 235.000 (Vorjahr: 230.000). Auf dem Gasmarkt zählten die Behörden rund 27.000 Sperren (Vorjahr: 24.000). (jk)

Den Monitoringbericht in Gänze finden Sie hier.

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