Um die Verfügbarkeit der Basisdienste für alle vier Partnernetzbetreiber zu garantieren, hat Schleswig-Holstein Netz eine über ganz Deutschland verteilte Infrastruktur aufgebaut.

Um die Verfügbarkeit der Basisdienste für alle vier Partnernetzbetreiber zu garantieren, hat Schleswig-Holstein Netz eine über ganz Deutschland verteilte Infrastruktur aufgebaut.

Bild: © Stephan Dinges/AdobeStock

Von Jürgen Walk

Die Bundesnetzagentur hat den Netzreservebedarf für die kommenden Winterhalbjahre 2025/26 und 2027/28 bestätigt, den die Übertragunsnetzbetreiber Mitte März vorgelegt hatten. Der Bedarf nach Netzreserve und Redispatch sinkt demnach im Vergleich zu den Vorjahren spürbar. Behördenchef Klaus Müller verspricht, dass sich dies langfristig positiv auf die Netzentgelte und damit auf die Stromkosten der Verbraucher auswirkt.

Für das Winterhalbjahr 2025/26 wurde der Netzreservebedarf auf 6493 Megawatt vorhergesagt. Das wäre ein Rückgang um knapp sieben Prozent im Vergleich zu 2024/25, als noch 6947 Megawatt benötigt wurden. Auch der Blick in die weitere Zukunft zeigt einen moderaten Bedarf: Für 2027/28 werden 6525 Megawatt prognostiziert.

Besonders bemerkenswert ist der Rückgang des erwarteten Redispatchbedarfs. Mit 17 Terawattstunden (TWh) fällt dieser für 2025/26 um fast ein Drittel geringer aus als im Vorjahr mit 25 TWh. Diese Entwicklung ist nach Angaben der Netzagentur vor allem auf methodische Verbesserungen in den Analysen und den Fortschritt beim Netzausbau zurückzuführen. "Ein solcher Rückgang wird die Kosten für Redispatchmaßnahmen senken und somit die Netznutzer finanziell entlasten", so Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller.

Von den 6493 Megawatt Netzreserve für den kommenden Winter werden 5149 Megawatt von deutschen Netzreservekraftwerken gedeckt. Der verbleibende Bedarf von 1344 Megawatt soll durch ausländische Kraftwerke bereitgestellt werden. Die dazu nötigen Verträge schließen die Übertragungsnetzbetreiber mit den ausländischen Kraftwerksbetreibern – aber in enger Abstimmung mit der Bundesnetzagentur. Bereits in den vergangenen Jahren trugen internationale Kraftwerksbetreiber in ähnlichem Ausmaß zur Netzsicherheit bei.

Netzreservekraftwerke werden aktiviert, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, falls es im Stromnetz zu Engpässen kommen sollte. Die inländische Netzreserve besteht aus Kraftwerken, die aus Umwelt- oder Wirtschaftlichkeitsgründen eigentlich stillgelegt würden, aber  als systemrelevant gelten und deshalb nicht stillgelegt werden dürfen. Diese Kraftwerke werden ausschließlich auf Anforderung der Übertragungsnetzbetreiber eingesetzt. Die ausländische Netzreserve besteht aus speziell zu diesem Zweck vertraglich verpflichteten Kraftwerken.

Im vergangenen Winter haben die Übertragungsnetzbetreiber auf Grundlage der Vorschauprozesse an 112 von 197 Tagen Redispatchleistung bei deutschen Reservekraftwerken angefordert. Zusätzlich wurde an 33 Tagen die strommarktgetriebene Kapazitätsreserve und an einem Tag ein "besonderes netztechnisches Betriebsmittel", also eines der vier süddeutschen Gaskraftwerke zu Netzreservezwecken eingesetzt. Außerdem wurden an sechs Tagen Redispatchkapazitäten in der Schweiz angefordert. Kapazitäten von Kraftwerken in Italien und Frankreich wurden jeweils einmal abgerufen.

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