Die Zahl der Beschwerden über nervige Telefonanrufe bei der Bundesnetzagentur sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres deutlich gestiegen. Das geht aus dem neuen Verbraucher-Radar der Bundesbehörde hervor.
Demnach gingen von Januar bis Juni 43.000 schriftliche Beschwerden über unerlaubte Telefonwerbung ein. Im ersten Halbjahr 2020 waren es etwa 27.000 gewesen, wie eine Behördensprecherin ergänzend mitteilte.
Bußgelder von mehr als 1 Mio. Euro
DZu Gründen für die Zunahme äußerte sich die Bundesnetzagentur nicht. Ihr Präsident Jochen Homann hatte im Mai gesagt, der Anstieg könne daran liegen, dass die Beschwerdemöglichkeit inzwischen bekannter geworden sei und sich daher mehr Betroffene als zuvor meldeten.
Auch aus welchen Branchen die Telefonwerbung kam, ist dem Radar nicht zu entnehmen. Dafür gab die Behörde die Höhe der Bußgelder bekannt: Diese beliefen sich auf 1,07 Mio. Euro, wobei mehr als die Hälfte der bisher in diesem Jahr verhängten Summe auf zwei Verfahren fällt.
11.000 Anfragen zum Bereich Energie
Die Bundesnetzagentur wertete auch sonstige Anfragen aus. Zum Bereich Energie gingen demnach im ersten Halbjahr knapp 11.000 Anfragen ein (2020: knapp 9000). Sie drehten sich am häufigsten um die Themen Vertrag (1817 Anfragen) und Abrechnung (1160), aber auch erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung (1025).
Deutlich mehr Erklärungsbedarf gab es offenbar beim Thema Telekommunikation. Die Behörde zählte dort mehr als 10.300 Anfragen. Häufig ging es dabei um die Themen Störung (2036), Vertrag (1754) und Anbieterwechsel (1678). (aba/dpa)



