Blick aufs Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg. (Symbolfoto)

Blick aufs Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg. (Symbolfoto)

Bild: © Leag

Der Überschuss an CO2-Zertifikaten im europäischen Emissionshandel (ETS) ist auf 1,39 Mrd. Tonnen gewachsen, wie neue Schätzungen der Denkfabrik Sandbag zeigen. Demnach gingen die Emissionen im Vergleich zu 2019 um 14 Prozent zurück. Zur ETS-Obergrenze für 2020 fehlten 26 Prozent.

Der starke Rückgang an Emissionen kam für Marktbeobachter nicht überraschend. Die Corona-Krise führte teils zu erheblichen Einbrüchen in der Industrieproduktion und im Flugverkehr.

Einbruch bei Flugverkehr-Emissionen

Der Bedarf in beiden Sektoren ging dementsprechend zurück: In der Industrie waren es sieben und im Flugverkehr gar 64 Prozent weniger als im Vorjahr.

Sandbag weist darauf hin, dass die Zahlen für 2020 noch nicht vollständig seien. Daten für acht Prozent der ETS-betreffenden Anlagen seien noch nicht verfügbar.

"Schlechte Nachricht für Klimaschutz"

Generell gilt: Überschüssige Emissionsberechtigungen drohen einen zweckmäßigen Ablauf des CO2-Marktes zu untergraben. Langfristig könnten sie dazu führen, dass der EU-Emissionshandel das politisch gewollte Ziel nicht erreicht, CO2-Emissionen kosteneffizient zu reduzieren.

Auch Sandbag warnt: Der große Überschüss sei eine schlechte Nachricht für den Klimaschutz und müsse bei der anstehenden Reform des EU-Emissionshandelssystems dringend angegangen werden. Andernfalls könnten Emissionen in den kommenden Jahren die ETS-Obergrenze trotz strengerer EU-Klimaziele um bis zu 66 Prozent übersteigen. "So untergräbt der Überschuss die Klimaziele der EU." (ab)

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