Die Stadtwerke Neumarkt in der Oberpfalz haben am Dienstag den Nutzungsvertrag der Die Energieagenten GmbH über das örtliche Gasnetz gekündigt. Bereits am Samstag sei der Zugang zum Stromnetz in der 40.000-Einwohner-Kreisstadt für den Troisdorfer Discounter gesperrt worden. Geschäftsführer Dominique Kinzkofer bestätigte der ZfK einen entsprechenden Bericht von nordbayern.de. Die Energieagenten nahmen gegenüber der ZfK bisher nicht Stellung.
Kinzkofer begründete die Sperrung mit Zahlungsrückständen von Netzentgelten "im niedrigen vierstelligen Bereich". Bereits 2017 sei es dreimal zu verzögerten Zahlungen gekommen, die die Energieagenten in der gesetzten Nachfrist geleistet hätten. In diesem Jahr habe der Discounter aber auf eine neuerliche Mahnung und erstmalige Aufforderung zu einer Sicherheitsleistung bis Dienstag nicht reagiert. Die Stadtwerke Neumarkt wurden jeweils von der darauf spezialisierten örtlichen Anwaltskanzlei Freiherr von Hirschberg vertreten.
Paradigmenwechsel bei der BNetzA?
Die Energieagenten hatten nach Darstellung Kinzkofers in Neumarkt 30 Strom- und zwei Gaskunden, jeweils mit Standardlastprofilen (SLP), die auf Haushalte und Kleingewerbe angewendet werden. Diese Kunden fielen nahtlos in die Ersatzversorgung durch den Grundversorger: dieselben Stadtwerke Neumarkt.
Die Neumarkter reagieren heute bewusst rasch auf verzögerte Netzentgeltzahlungen, "sonst bleiben wir noch auf unseren Forderungen sitzen", so Kinzkofer. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) sei über die Netzsperrung informiert worden. Bei dem Trash-Discounter Teldafax habe der Regulierer noch im Interesse eines möglichst breiten Vertriebswettbewerbs gegen Kündigungen von Netznutzungsverträgen "auf der Bremse" gestanden. Teldafax ging 2011 in die Pleite. Die Strategie des Regulierers habe sich seitdem geändert, so Kinzkofer. (geo)



