In ganz Deutschland ergreifen Versorger und Unternehmen die Initiative für Wasserstoff.

In ganz Deutschland ergreifen Versorger und Unternehmen die Initiative für Wasserstoff.

Bild: © malp/Adobe Stock

In einem Gutachten für den europäischen Branchenverband Hydrogen Europe und den Europäischen Verband der unabhängigen Strom- und Gasverteilerunternehmen (Geode) schlägt die Kanzlei Becker Büttner Held (BBH) vor, den bestehenden Regulierungsrahmen für Gasnetze auszubauen, um den Bereich Wasserstoff gleichermaßen adressieren zu können. Durch einen Regulierungsrahmen 2.0 könnten aus Erdgasnetzbetreibern "Kombinetzbetreiber" werden, heißt es in dem Papier.

Das Gutachten geht detailliert darauf ein welche Anpassungen in der Gesetzgebung notwendig sind, damit der Aufbau einer leitungsgebundenen Wasserstoffinfrastruktur innerhalb des Regulierungsrahmens möglich wird. Die aktuellen EU-rechtliche Vorschriften würden dem Betrieb von Wasserstoffnetzen zum Zwecke der Beimischung zwar nicht entgegenstehen. Anders sei die Situation jedoch bei reinen Wasserstoffnetzen. Dieser könne vor dem Hintergrund des EU-rechtlichen Regulierungsrahmens derzeit praktisch nicht umgesetzt und verwirklicht werden, heißt es in dem Papier. Hinzu kämen Probleme bei der Finanzierung des Ausbaus.

Gasrichtlinie anpassen

Nach Einschätzung von BBH sei es daher zwingend notwendig die Gasrichtlinie 2009 anzupassen. Diese dürfe sich nicht länger ausschließlich auf Erdgas beziehen, sondern müsse sonstige Gase wie eben Wasserstoff mit einbeziehen. Die nachgelagerten Rechtsvorschriften wiederum müssten ausdrücklich auf Erdgas beschränkt werden. "Da ein europäischer Binnenmarkt für Erdgas nach wie vor existiert, sind diese auch weiterhin erforderlich", heißt es zur Begründung.

Die Autoren des Papiers nehmen auch eine betriebswirtschaftliche Analyse vor, die bestätigt, dass die Integration der zukünftigen Wasserstoffinfrastruktur in den bestehenden Regulierungsrahmen ökonomisch sinnvoll ist: Das vorhandene Gasnetz kann nach Einschätzung von BBH werterhaltend, ressourcenschonend und kostensensibel fortbetrieben werden. Das Gutachten bestätigt auch, dass ein Einspeisevorrang für grünen Wasserstoff möglich ist.

Rad nicht neu erfinden

"Die Gasverteilnetzbetreiber sind imstande, einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige nationale Wasserstoffstrategie zu leisten", sagt BBH-Partner Christian Held, der auch stellvertretenden Präsident der Geode ist. Man müsse das Rad nicht neu erfinden, sondern könne auf die bestehende Regulierung aufbauen.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen, müssten jetzt Investitionsbarrieren beseitigt werden und der Wirtschaft gleichzeitig durch innovative Technologien grüne Impulse gegeben werden. (amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper