Unterschiedliche Netzentgelte behindern den Ausbau von Elektromobilität, fürchtet Agora.

Unterschiedliche Netzentgelte behindern den Ausbau von Elektromobilität, fürchtet Agora.

Bild: © Nischapor/stock.adobe.com

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Entwürfe des Szenariorahmens Strom und des Szenariorahmens Gas/Wasserstoff in die Konsultation gegeben. Erstmals werden beide Szenariorahmen gleichzeitig betrachtet.Aus den Szenariorahmen geht später die Netzentwicklungsplanung hervor.

"Die gleichzeitige Konsultation der Szenariorahmen Strom und Gas/Wasserstoff ermöglicht es, Querschnittsthemen zwischen den Sektoren besser abzustimmen", sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. "Dadurch können Netzplanungsprozesse enger verzahnt werden."

Stromverbrauch steigt

Den Szenarien für das Stromnetz zufolge steigt der Bruttostromverbrauch in Deutschland von 535 Terawattstunden (TWh) im letzten Jahr auf Werte zwischen 967 bis 1351 TWh pro Jahr bis 2045 an. In allen Szenarien trägt die Photovoltaik zu über 50 Prozent zur Gesamterzeugung bei, dahinter folgen Wind On- und Offshore. Alle Szenarien erfordern demnach "einen beispiellosen Ausbau von Photovoltaik- und Windstromerzeugung mit sehr hohen jährlichen Zubauraten."

Sollte der vollständige Ausstieg aus der Kohleverstromung kommen, nehmen die Übertragungsnetzbetreiber in allen Szenarien einen Zubau an regelbaren Gaskraftwerken an systemdienlichen Standorten an, der über die zukünftig im Kraftwerkssicherheitsgesetz, der Kraftwerksstrategie, festgeschriebene Leistung hinausgeht.

Importbedarf bei Wasserstoff

Deutschland ist in allen Szenarien auf den Import von Wasserstoff und anderen synthetischen Energieträgern angewiesen. In Deutschland wird Wasserstoff per Elektrolyse erzeugt. Andere synthetische Brenn- und Kraftstoffe, insbesondere für den Verkehrssektor, werden nahezu vollständig importiert, heißt es weiter.

Es wird in allen Szenarien davon ausgegangen, dass die ausländische Erzeugung der von Deutschland importierten Energieträger treibhausgasneutral erfolgt.

Umfang des Netzausbaus

Beide Szenariorahmen blicken auf ein klimaneutrales Energiesystem in Deutschland. Die Übertragungsnetzbetreiber schlagen dabei sechs verschiedene Szenarien vor; eine Hälfte bis 2037, die andere bis ins Jahr 2045. Im Szenariorahmen Gas/Wasserstoff schlagen die Fernleitungsnetzbetreiber vier Szenarien vor;  drei davon betrachten die Zieljahre 2037 und 2045 und eins die Zieljahre 2030 und 2037.

Aus den Szenariorahmen heraus wird der Umfang des zu ermittelnden Netzausbau- beziehungsweise Netzumbaubedarfs bestimmt. Auf Basis der genehmigten Szenariorahmen werden die Übertragungsnetzbetreiber und die Fernleitungsnetzbetreiber sowie die regulierten Betreiber von Wasserstofftransportnetzen notwendige Netzausbau- und Umstellungsmaßnahmen ermitteln mit dem Ziel, die Netzentwicklungspläne 2025-2037/2045 zu erstellen.

Auswirkungen des Wasserstoffbedarfs

Als Grundgerüst für eine Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland bewerten die Gas-Fernleitungsnetzbetreiber dabei das geplante Wasserstoff-Kernnetz, das bis 2032 eine Länge von rund 9700 Kilometer haben soll. Modelliert wird etwa, welche Auswirkungen ein niedriger Wasserstoffbedarf gegenüber einer moderaten bis intensiven Nutzung von Wasserstoff auf die Fernleitungsinfrastruktur hat.

Die Konsultation beginnt am 2. September und endet am 30. September 2024. Die Bundesnetzagentur lädt am 13. und 16. September 2024 zu Online-Veranstaltungen ein, um mit der Öffentlichkeit die Entwürfe der Szenariorahmen zu diskutieren. (jk)

Zum Szenariorahmen Strom

Zum Szenariorahmen Gas/Wasserstoff

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