Die Projektpartner preschen voran, pochen aber auf gute politische Weichenstellungen beim "grünen Wasserstoff".

Die Projektpartner preschen voran, pochen aber auf gute politische Weichenstellungen beim "grünen Wasserstoff".

Bild: © Peterschreiber.media/AdobeStock

Die britische Regierung hat ihre mit Spannung erwartete Wasserstoffstrategie vorgelegt. Sie verbindet mit der Technologie große Hoffnungen – nicht nur mit Blick auf den Klimaschutz, sondern auch auf den Arbeitsmarkt.

Bis zum Jahr 2030 wollen die Briten laut einer Pressemitteilung Kapazitäten von fünf Gigawatt schaffen. Das Vereinigte Königreich orientiert sich dabei offenbar an Deutschland. In der Nationalen Wasserstoffstrategie hat die Bundesregierung auch ein solches Ziel ausgegeben. Anders als Deutschland setzt Großbritannien allerdings ausdrücklich auch auf blauen Wasserstoff und die hierzulande umstrittene CCS-Technik.

Wasserstoff als Jobmotor

Über 9000 Jobs für Fachkräfte könnten durch die Wasserstoff-Offensive in den kommenden Jahren entsteht, prognostiziert die Regierung unter Boris Johnson. Bis 2050 könnten es sogar 100.000 neue Stellen sein, heißt es in der Pressemitteilung. Bis zu 35 Prozent der Energieversorgung in Großbritannien könnte 2050 mithilfe von Wasserstoff gedeckt werden, prognostizieren die Briten.

Eingesetzt werden soll der Wasserstoff unter anderem für die Dekarbonisierung der Industrie. Carbon Contracts for Difference (CfD) sollen der Wirtschaft dabei helfen, die Kostenlücke zu schließen, die beim Ausstieg aus fossilen Energieträgern entsteht.

Wasserstoff im Gasnetz

Im Visier hat die britische Regierung zudem das Gasnetz. Hier sind Wasserstoffbeimischungen von 20 Prozent angedacht. Getestet warden soll aber auch der Einsatz von Wasserstoff im Wärmebereich – ein Thema, das hierzulande kontrovers diskutiert wird. Verlaufen die Modellprojekte zufriedenstellend, so die Pressemitteilung, könnte Wasserstoff schon bald dabei helfen, den Gebäudebereich klimafreundlicher zu gestalten.

RWE äußerte sich positiv zu den Wasserstoff-Plänen der britischen Regierung. Es handele sich dabei um einen „großen Schritt nach vorne“. In Großbritannien unterstützt der Konzern als Partner des South Wales Industrial Cluster (SWIC) Entwicklungen zum Einsatz von Wasserstoff in industriellen Prozessen. Im Rahmen seiner Initiative Pembroke Net Zero Centre (PNZC) untersucht das Unternehmen die Machbarkeit einer grünen Wasserstoffproduktion am Kraftwerksstandort Pembroke sowie die Nutzung von Wasserstoff für eine kohlenstoffarme Stromerzeugung. Langfristig zieht RWE die Erzeugung von grünem Wasserstoff im Gigawatt-Maßstab in Betracht. Dazu sollen schwimmende Offshore-Windkraftanlagen in der Keltischen See eingesetzt werden, heißt es in einer Pressemitteilung. (amo)

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