Als Community Choice Aggregators (CCAs) beschaffen Kommunen von regionalen Anlagenbetreibern im Pool Strom für die örtlichen Haushalte, Unternehmen und eigenen Einrichtungen oder investieren selbst in dezentrale erneuerbare Anlagen. Die bestehenden Energieversorger, die sich meist im Besitz von Investoren befinden, fungieren weiterhin als Stromlieferanten und Netzbetreiber, wickeln die Rechnungen ab und erbringen weitere Kundendienstleistungen.
"Dieses neue Modell ermöglicht es den Kommunen, ihre eigenen Entscheidungen über ihre Energieinvestitionen zu treffen und die Energiewende aktiv voranzutreiben", sagt Beth Vaughan, Geschäftsführerin der California Community Choice Association (CalCCA). Insgesamt 19 CCAs mit acht Millionen Stromkunden gibt es bisher in Kalifornien. 1,3 GW neue Photovoltaikanlagen, 740 MW neue Windkraftanlagen, 12 MW neue Biogasanlagen und 350 MWh neue Speicher konnten bisher auf diese Weise errichtet werden – eine Verdoppelung innerhalb eines Jahres. Jüngst schlossen beispielsweise die Monterey Bay Community Power und Silicon Valley Clean Energy langjährige Lieferverträge über Solarstrom aus Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von insgesamt 278 MW ab, die mit Batteriespeichern mit einer Kapazität von 340 MWh gekoppelt sind.
Neue kommunale Joint Powers Authority in San Diego
Das größte CCA entsteht derzeit im 1,4 Millionen Einwohner zählenden San Diego in Südkalifornien. "Ich möchte damit San Diego und die Region in eine sauberere Energiezukunft führen", sagt Bürgermeister Kevin L. Faulconer (Republikaner). Die Kommune hat sich in einem Klimaschutzplan selbst dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2035 auf eine zu 100 Prozent erneuerbare Stromversorgung umzusteigen. Dies geht noch über das offizielle Ziel des Westküstenstaates hinaus, der bis zum Jahr 2045 eine CO2-freie Stromversorgung erreichen will.
Um das CCA umzusetzen, möchte San Diego nun eine eigene kommunale Joint Powers Authority (JPA) aufbauen. Bürgermeister Faulconer unterstrich, dass es auch darum gehe, durch das zusätzliche Angebot, die Kosten für die Energieversorgung zu senken. Laut Angaben seines Büros sollen durch das CCA die Strombezugskosten für die beteiligten Verbraucher und Unternehmen um rund fünf Prozent gegenüber den Lieferverträgen mit herkömmlichen Versorgern gesenkt werden.
In sieben Bundesstaaten gesetzlich etabliert
CCAs sind momentan in den USA in sieben Bundesstaaten gesetzlich etabliert worden, neben Kalifornien in Illinois, Ohio, Massachusetts, New Jersey, New York und Rhode Island. (hcn)



