Der Bundeshaushält könnte in den kommenden Jahren durch fehlende Investitionen in den Klimaschutz stark belastet werden. Im Prinzip wird so "die Kohle" im wahrsten Sinne des Wortes zum Schornstein hinausgeblasen.

Der Bundeshaushält könnte in den kommenden Jahren durch fehlende Investitionen in den Klimaschutz stark belastet werden. Im Prinzip wird so "die Kohle" im wahrsten Sinne des Wortes zum Schornstein hinausgeblasen.

Bild: © W. R. Wagner/pixelio.de

Die Global Alliance Powerfuels (Allianz), ein branchenübergreifender Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden, hat ein Leitlinienpapier für den Aufbau eines globalen Markts für strombasierte, erneuerbare Kraft- und Brennstoffe (Powerfuels) vorgestellt. Als politische Instrumente nennt die Global Alliance darin vor allem Auktionen für die Produktion von Powerfuels, die rechtliche Anerkennung ihres Nutzens für den Klimaschutz, Beimischungsquoten und die Bepreisung von Treibhausgasemissionen.

Andreas Kuhlmann von der Deutschen Energie-Agentur (Dena), zugleich Sprecher der Global Alliance Powerfuels und Vorsitzender der Geschäftsführung, sagte zu diesen Leitlinien: "Powerfuels bieten Lösungen für Energiewende und Klimaschutz, wo Energieeffizienz und erneuerbarer Strom allein nicht ausreichen. Damit sie ihr Potenzial entfalten können, braucht es faire Rahmenbedingungen für CO2-sparende Technologien. Immer mehr Regierungen und Unternehmen beginnen, sich mit dieser Frage zu beschäftigen."

Chancengleichheit herstellen

Grundsätzlich gehe es darum, den ökonomischen und regulatorischen Rahmen langfristig auf die Vermeidung von Treibhausgasemissionen auszurichten, so Kuhlmann weiter. Der Schaden, den fossile Kraft- und Brennstoffe wie Heizöl, Benzin, Diesel oder Kerosin mit ihren Treibhausgasemissionen verursachen, werde bislang nicht angemessen berücksichtigt. Wenn das Verursacherprinzip konsequent gelten würde, hätten Powerfuels deutlich bessere Chancen auf dem Markt.

Kuhlmann hält daher Emissionshandelssysteme, -mindestpreise und -steuern sowie den Abbau von Subventionen für fossile Kraft- und Brennstoffe für geeignet, um die Chancengleichheit für Powerfuels herzustellen. Einnahmen aus der Bepreisung der Emissionen von Treibhausgasen könnten unter anderem dafür verwendet werden, die Entwicklung von Powerfuels zu unterstützen. In international regulierten Bereichen wie dem Luftverkehr und der Schiffahrt empfiehlt er Beimischquoten.

Vorreiter gesucht

In der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der Europäischen Union (EU) sind solche Quoten bereits angelegt, darauf wies Kuhlmann hin. Sie müssten aber auf nationaler Ebene für die Anrechnung von Powerfuels weiterentwickelt werden. Wenn einzelne Länder oder Staatengemeinschaften wie die EU hier die Initiative ergriffen, könne dies die Entwicklung eines globalen Marktes für Powerfuels entscheidend voranbringen und industriepolitische Chancen eröffnen. (sig)

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