Bei der Bundesnetzagentur sind im vergangenen Jahr mehr als 63.000 Beschwerden wegen unerlaubter Telefonwerbung eingegangen (Symbolbild).

Bei der Bundesnetzagentur sind im vergangenen Jahr mehr als 63.000 Beschwerden wegen unerlaubter Telefonwerbung eingegangen (Symbolbild).

Bild: © bernardbodo/Adobestock

Nach Berechnungen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) können Mitarbeiter im Vertrieb durch hybride Verkaufsstrategien pro Woche mehr als acht Stunden ihrer Arbeitszeit einsparen. Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie, welche die RUB gemeinsam mit den Vertriebstrainern von Mercuri International 2021 durchgeführt hat. Befragt wurden Führungskräfte von 777 Unternehmen, teilt das Unternehmen mit Sitz in Meerbusch mit. Hybrid Selling kombiniert persönliche, direkte Kundenkontakte bei Besuchen und Treffen vor Ort mit regelmäßigen Online-Meetings und Kontakten über digitale Kanäle.
 

Zeitersparnis durch hybride Vertriebsstrategien .

Bild: © Prof. Dr. Christian Schmitz/SMD/RUB

"Seit März 2020 ist im B2B-Vertrieb nichts mehr, wie es einmal war", sagt Matthias Huckemann, Geschäftsführer der Mercuri International Deutschland. "Durch Kontaktbeschränkungen, Lockdown und Homeoffice hat die Vertriebsarbeit massive Veränderungen durchgemacht." Vor der Pandemie waren Online-Besuche bei Kunden und Entscheidern für Verkäufer in vielen Branchen eher die Ausnahme. Der Präsenzbesuch vor Ort oder am Messestand war für Außendienstler fester Bestandteil des Vertriebsalltags. Nun sind digitale Kundenbesuche in Videokonferenzen und Online-Meetings mittlerweile weit verbreitete, tägliche Praxis.

2019: Wöchentliche Reisezeit rund 13 Stunden

Laut der Studie lag 2019 die wöchentliche Reisezeit pro Außendienstmitarbeiter bei rund 13 Stunden. Davon konnten nur etwa 35 Prozent produktiv genutzt werden, z.B. für Terminplanung und Telefonate. Die restlichen 65 Prozent waren reine Reisezeit. Durch den Wegfall eines Großteils der Dienstriesen im Jahr 2020 konnten viele Verkäufer diese unproduktive Reisezeit nun in ihren direkten Kundenkontakt investieren. Das entspricht rund 8,5 Stunden Arbeitszeit pro Woche – damit stand vielen Verkäufern im ersten Corona-Jahr zusätzlich ein ganzer Wochenarbeitstag für produktive Tätigkeiten zur Verfügung.

Auch bei Kundengesprächen wird seit 2020 Zeit gespart: Musste man für einen Vor-Ort-Besuch 2019 im Durchschnitt rund 70 Minuten einplanen, dauerte 2020 ein Online-Gespräch nur knapp 40 Minuten. "Wir gehen fest davon aus, dass es keine vollständige Rückkehr zu den alten Vertriebspraktiken geben wird", sagt Huckemann. "Die Zukunft sind hybride Vertriebsstrategien, die quasi das Beste aus beiden Welten miteinander vereinen."

Persönlich vor Ort: Ja – aber

Persönliche Vor-Ort-Besuche werden laut der Mehrheit der Befragten künftig vor allem wichtig sein, um Beziehungen zu Neukunden aufzubauen, wichtige Vertragsverhandlungen zu führen – vor allem bei Erstverträgen – oder um konkrete Probleme zu lösen. "Ein Großteil der anderen Vertriebsaufgaben und Kundenkontakte lässt sich aber gut und ohne weiteres über digitale Kanäle und Prozesse machen", erläutert Huckemann.

Mit Blick auf hybriden Verkauf sehen 51 Prozent der befragten Führungskräfte noch erhebliches Entwicklungspotenzial und Schulungsbedarf: Die Kompetenz der Vertriebsmitarbeiter für Online-Gespräche und die Nutzung anderer digitaler Kanäle und Touchpoints wollen viele der befragten Unternehmen durch Verkaufstrainings steigern. (gun)

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