Die Berufsschulen müssten nach Meinung der EFI dringend stärker auf die neuen inhaltlichen und methodischen Anforderungen der Digitalisierung ausgerichtet werden.

Die Berufsschulen müssten nach Meinung der EFI dringend stärker auf die neuen inhaltlichen und methodischen Anforderungen der Digitalisierung ausgerichtet werden.

Bild: © Contrastwerkstatt/AdobeStock

Aus der fortschreitenden Digitalisierung in der Wirtschaft und an den Arbeitsplätzen ergeben sich neue Herausforderungen an die berufliche Aus- und Weiterbildung. Das Jahresgutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), das der Bundeskanzlerin angesichts der Pandemie in Berlin virtuell übergeben wurde, behandelt das Thema in einem Schwerpunkt.

"Die Arbeit wird uns auf absehbare Zeit nicht ausgehen. Im Transformationsprozess fallen aber viele etablierte Arbeitsplätze weg, während in anderen Teilen der Wirtschaft neue entstehen“, fasst Prof. Holger Bonin, Forschungsdirektor am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, die Beschäftigungsfolgen des Übergangs zur digitalen Arbeitswelt zusammen. „Da die neuen Jobs ganz andere Fähigkeiten verlangen als die bisherigen, entsteht ein großer Bedarf an Weiterbildung. Gleichzeitig geht der Trend hin zu weniger Routinearbeit. Damit steigen die Anforderungen an die berufliche Handlungskompetenz."

Klassische Fähigkeiten werden noch wichtiger

Zunehmend gebraucht würden deshalb nicht nur für die Gestaltung von transformativen Technologien notwendige technologische und digitale Fähigkeiten, betont Professor Till Requate von der Universität Kiel, "sondern verstärkt auch sogenannte klassische Kernfähigkeiten: Problemlösungsfähigkeit, Kreativität, Eigeninitiative, Anpassungsfähigkeit und Durchhaltevermögen."

Nach Einschätzung der EFI ist die Entwicklung dieser Fähigkeiten nicht nur entscheidend, um die individuellen Beschäftigungs- und Karrierechancen in der digitalisierten Arbeitswelt zu sichern, sondern auch dafür, dass sich die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenziale der neuen Technologien voll entfalten und die Digitalisierung zügig in alle Teile der Wirtschaft vordringen kann. „Dies dient ja gerade auch der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands“, sagte Requate.

Impulse von öffentlichen Stellen

Deswegen ist es der EFI so wichtig, dass das System der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland mit den Veränderungen von Wirtschaft und Arbeitswelt durch die Digitalisierung Schritt hält. "Hierfür müssen Inhalte und Strukturen der beruflichen Aus- und Weiterbildung weiterentwickelt und so gestaltet werden, dass die Kernfähigkeiten für die digitalisierte Arbeitswelt bedarfsgerecht vermittelt werden", so Arbeitsmarktexperte Bonin. Dabei komme den Unternehmen und den im Erwerbsleben stehenden Menschen eine tragende Rolle zu. Jedoch brauche es auch Impulse von öffentlichen Stellen, um die Anpassungsbereitschaft und die Rahmenbedingungen dafür zu stärken.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die EFI eine Reihe von Maßnahmen:

  • Ausbildungsgestaltung
  • Berufsausbildungspersonal und
  • Berufliche Anpassungsfähigkeit durch flexible
  • Monitoring von
  • Strukturen zur Orientierung über berufsbezogene
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