Nach 22 Jahren im RWE- und Innogy-Konzern und schließlich bei Eon verlässt Bernhard Günther zum 31.12.2020 das Unternehmen. Das teilte der Eon-Konzern mit. Sein Weggang kommt nicht überraschend. Im Dezember 2019 hatte der promovierte Volkswirt im "Handelsblatt" angekündigt, dass er Innogy nach der vollständigen Zusammenführung mit Eon verlassen werde. Regulär wäre sein Vertrag Ende September 2022 ausgelaufen.
Günther war in seiner Laufbahn in unterschiedlichen Positionen im gesamten Finanzbereich tätig. Seine Karriere begann Günther im Konzerncontrolling. Er wechselte zu RWE Power und übernahm dort und später in der RWE AG schnell Führungsaufgaben. Schließlich stieg er zum CFO der REWEST, des Handelsgeschäfts der RWE, auf und wurde im Anschluss Finanzvorstand der RWE AG und 2016 dann der Innogy.
Aufspaltung und Börsengang begleitet
Als Finanzvorstand verantwortete Günther die Aufspaltung von RWE. Parallel trieb er den Börsengang von Innogy voran. Er war der einzige des früheren Innogy-Vorstands, der an Bord blieb und übernahm zusätzlich den Posten des Personalvorstands.
Der Eon-Vorstandvorsitzende Johannes Teyssen betont in der Mitteilung, dass Günther die deutsche Energiewirtschaft an entscheidenden Stellen mitgestaltet habe. Er schätze an ihm seine Leidenschaft und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Günther sei eine Kämpfernatur im Umgang mit Rückschlägen und schwierigen Situationen.
Bei Anschlag schwer verletzt
Im März 2018 wurde Günther Opfer eines Anschlags. Er war in einem Park in seinem Wohnort Haan unterwegs, als er von zwei Männern angegriffen wurde, die ihn mit Säure schwer im Gesicht verletzten.
Anfang Juni lobte Innogy in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Wuppertal eine Belohnung in Höhe von 100.000 Euro aus, um so an neue Hinweise zu der Attacke auf den Top-Manager zu kommen. "Bei diesem hinterhältigen Anschlag handelt es sich mutmaßlich um eine Auftragstat", hieß es von Seiten des Unternehmens.
Günther hatte gegenüber dem „Handelsblatt“ betont, wie wichtig es für ihn sei, zu wissen, wer hinter dem Attentat steckt: "Das würde mir und meiner Familie helfen, das Erlebte seelisch zu bewältigen und damit abzuschließen." (amo)



