Seit Corona stehen Büros massenhaft leer. Gewerbemieten sind jedoch nicht gesunken.

Seit Corona stehen Büros massenhaft leer. Gewerbemieten sind jedoch nicht gesunken.

Bild: © didiksaputra/AdobeStock

„Nach der Pandemie ist klar: Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben", sagt Simon Krause vom ifo-Institut, das seit mehr als einem Jahr eine konstante Homeoffice-Quote von einem Viertel der Mitarbeiter erfasst. "Wenn die Beschäftigten teilweise vor Ort und teilweise zu Hause arbeiten, verändern sich die Anforderungen an die Büros.“

Einige Unternehmen haben deshalb bereits reagiert und die Arbeitsplätze an die neuen Arbeitsmodelle adaptiert. Das geschah etwa durch die Einführung von geteilten Schreibtischen oder die Schaffung von mehr Räumen für persönlichen Austausch an den Präsenztagen.

Doch wie viel Büro braucht's heute noch?

„Die überwältigende Mehrheit der Unternehmen lässt ihre Büroflächen unverändert", sagt dazu ifo-Experte Simon Krause. “Nur 9,1 Prozent aller Firmen planen, ihre Büros wegen Homeoffice zu verkleinern."

Hinter dieser Durchschnittszahl verbergen sich allerdings große Unterschiede. Je nach Berufszweig sieht die Entwicklung völlig anders aus. In der Rundfunkbranche sind es zum Beispiel 40,3 Prozent aller Firmen, die eine Verkleinerung der Büroflächen planen. In der Werbung und der Marktforschung 34,8 Prozent, in der Automobilbranche 37,5 Prozent, bei den Informationsdienstleistern 28,4 Prozent und in der IT-Branche 21 Prozent. Auch im Bereich der Bekleidungsherstellung liegt der Wert von 18,6 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Das zeigt: Verkleinerungen werden insbesondere in den Branchen geplant, in denen Homeoffice intensiv genutzt wird.

Simon Krause, ifo-Experte

Diese Bewegung wird sich in Zukunft verstärken

Noch ein weiterer Punkt erklärt die aktuell niedrige Durchschnittszahl: „Andere Firmen planen die Anpassung in den kommenden Jahren, wenn die meist langfristig abgeschlossenen Büro-Mietverträge auslaufen", so Krause. Homeoffice wird also zu einem leichten Rückgang der Nachfrage nach Büroflächen führen.

Krause prognostiziert: "Diese Entwicklung wird die Krise am Immobilienmarkt verschärfen, der wegen gestiegener Zinsen und Baukosten ohnehin unter Druck steht.“ Denn neben der Reduzierung vieler Büroflächen plant nur 1 Prozent aller Firmen, ihre Räumlichkeiten zu vergrößern. (ah)

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