Bild: © ESWE

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit wird die Anschaffung der ersten 56 Elektrobusse der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH mit 14,5 Mio. Euro fördern. Ein entsprechender Bescheid liegt jetzt vor. Es handelt sich um einen Schritt, um die Dieselbus-Flotte in Wiesbaden komplett durch E-Busse zu ersetzen. Geschäftsführer Frank Gäfgen: "Damit sind wir unserem Ziel, komplett emissionsfreien ÖPNV in Wiesbaden anzubieten, einen entscheidenden Schritt näher gekommen."

Das Projekt ist hinsichtlich des Ausschreibungsverfahrens, der Anforderungen und des Umfangs deutschlandweit einmalig. Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich gratulierte der ESWE Verkehr zum Förderbescheid: "Hinter den 14,5 Millionen Euro steckt eine sehr große Wertschätzung des Projektes, die wir mit dem Bund teilen. Unsere Vision vom emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr hat mit dieser Förderung auf dem Weg zur Realisierung eine entscheidende Hürde genommen."

Das Ziel: Diesel-Fahrverbote abwenden

Vor zwei Jahren sei ESWE Verkehr für die Vision vom komplett emissionsfreien ÖPNV noch belächelt worden – heute schaue man von andernorts anerkennend bis neidvoll nach Wiesbaden, lobte Wiesbadens Verkehrsdezernent Andreas Kowol: "Es zahlt sich jetzt aus, dass Wiesbaden so früh die Weichen gestellt hat. Mit der Einführung der ersten E-Busse werden die ältesten Dieselbusse ausgemustert, dadurch ergibt sich eine hohe Stickoxidminderung."

Die Entlastung bei den Schadstoffwerten in der Luft hat ein weitergehendes Ziel, so der Dezernent: "Für unser Ziel, ein Dieselfahrverbot für Wiesbaden abzuwenden, ist der heutige Tag ein Meilenstein!" Durch die erste Charge von 56 Elektrobusse werden in Wiesbaden bereits 22 Prozent des gesamten Bestandes ersetzt, dadurch gibt es pro Jahr folgende Einsparungen: CO: 5.418 Kilogramm, CO2: 3.784.514 Kilogramm, Feinstaub: 512 Kilogramm und NOx: 30.302 Kilogramm.

Die nächste Lieferung ist schon in Sicht

David Coleman, Projektingenieur "emissionsfreier ÖPNV" erläutert einige der nächsten Herausforderungen: "Der gesamte Umbau des Betriebshofes inklusive des Baus eines Umspannwerkes muss organisiert werden. Neben der Sicherstellung der Energieversorgung müssen vor allem die Umläufe geplant werden – also wann welcher Bus wieviel Batterieladung benötigt. Auch die Zusatzausbildung unserer Nutzfahrzeugmechaniker und -mechatroniker muss bedacht werden."

Parallel dazu wird das Ausschreibungsverfahren für die nächste Charge E-Busse beendet. Frank Gäfgen: "Mitte Dezember werden wir die letzten Bietergespräche führen, im ersten Quartal 2019 den Auftrag vergeben und dann fahren im nächsten Jahr auch die ersten Elektrobusse in Wiesbaden – wahrscheinlich auf der Linie 1." (sig)

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