Zum 1. Oktober bekommt die Mitte 2018 gegründete EnBW Sverige AB ihren ersten einheimischen Chef: Mads Miltersen wird "Verkställande Direktör" (VD/CEO). Diese Position wurde eigens für ihn geschaffen, teilte die Energie Baden-Württemberg AG der ZfK am Mittwoch auf Basis einer Pressemeldung mit.
Miltersen ist demnach in den skandinavischen Strommärkten zuhause:
- 2007 bis 2016 verantwortete er als CFO und CEO das Geschäft des Energieversorgers und Dienstleisters Energiemidt Holding im dänischen Silkeborg.
- Seine Expertise im Bereich Windkraft führte ihn anschließend bis Anfang dieses Jahres als Chef zur Rabbelshedekraft AB, einem Windenergieanlagen-Projektierer und -Betreiber im Raum Göteborg/Schweden.
"Selektive Internationalisierungsstrategie"
Im Onshore-Bereich hat die EnBW bis 2020 das Ziel, eine Gesamtleistung von 1000 Megawatt zu betreiben. Der Konzern bietet aus einer Hand Planung, Bau, Betrieb, Wartung, Instandhaltung und Direktvermarktung von Windkraftanlagen. In der Direktvermarktung standen Anfang dieses Jahres 2910 MW Windkraft bei einem Gesamtportfolio von 4505 MW, so die jährliche ZfK-Marktübersicht "Erneuerbaren- und Kraft-Wärme-Kopplungs-Direktvermarkter". Bis 2025 plant die EnBW, über fünf Milliarden Euro in den Ausbau der Erneuerbaren zu investieren. Dabei setzt sie auch auf eine "selektive Internationalisierung" als Ergänzung zu ihrem Kernmarkt Deutschland. Für Wind onshore spielen neben Schweden Frankreich und die Türkei eine wichtige Rolle.
Im skandinavischen Markt ist der Karlsruher Großkonzern seit 2016 mit seiner Tochter Connected Wind Services (CWS) vertreten. Der herstellerunabhängige Wartungs- und Instandhaltungs-Dienstleister für Windenergieanlagen hat seinen Hauptsitz in Dänemark und Tochtergesellschaften mit Serviceteams in Schweden und Deutschland.
- Mitte 2018 stieg EnBW erst in den französischen Windmarkt ein und einige Wochen später mit der Gründung der EnBW Sverige AB mit Sitz in Falkenberg in den schwedischen, um Windkraftprojekte in Schweden zu realisieren. Gleichzeitig fiel damals der Investitionsentscheid (FID) für den 9-MW-Onshore-Windpark in Rammarehemmet in der Gemeinde Tidaholm. Er wird derzeit in Rammarehemmet zwischen den Seen Vänern und Vättern errichtet.
- Vergangenen Dezember erwarben die Deutschen zwei Betreiberunternehmen mit insgesamt 105 MW installierter Leistung in sieben Windparks in Schweden.
- Weiterhin wurden auch zwei Netzgesellschaften erworben, die unter anderem eigene Windparks anschließen.
"Schwedische Windkraft ist ein Top-Markt"
Dirk Güsewell, Leiter Portfolioentwicklung bei der EnBW AG, schrieb damals bei der Gründung der Landesgesellschaft, der schwedische Windmarkt gehöre im langjährigen Vergleich zu den europäischen Top-Märkten beim Ausbau der Windenergie an Land. Gute Windverhältnisse, das Regulierungssystem und der wettbewerblich angelegte Vergütungsmechanismus bildeten einen "sehr guten" Rahmen. (geo)


