Waldemar Opalla war bis zu seiner fristlosen Entlassung am 19. Februar 2020 etwa 18 Jahre lang Geschäftsführer der Stadtwerke EVB Huntetal in Diepholz und des Vorgängerunternehmens Stadtwerke Diepholz.

Waldemar Opalla war bis zu seiner fristlosen Entlassung am 19. Februar 2020 etwa 18 Jahre lang Geschäftsführer der Stadtwerke EVB Huntetal in Diepholz und des Vorgängerunternehmens Stadtwerke Diepholz.

Bild: © Remigius Konietzny

Der am 19. Februar fristlos entlassene Chef der Stadtwerke EVB Huntetal, Waldemar Opalla (59), hat noch im selben Monat beim Landgericht Verden an der Aller eine Klage gegen den interkommunalen Versorger eingereicht. Das bestätigte ein Gerichtssprecher der ZfK, ohne Einzelheiten zu nennen.

Damit dürfte der überraschende personelle Schritt der Eigentümergemeinden gegen Opalla längere Streitigkeiten nach sich ziehen. Denn zurzeit finden wegen der Corona-Krise zumindest in Verden keine Hauptverhandlungen in Zivilsachen statt, die nicht eilbedürftig sind, so der Gerichtssprecher weiter, unbeschadet der richterlichen Freiheit, doch Termine anzusetzen.

Am Arbeitsgericht Nienburg an der Weser war bis Mittwoch keine Klage Opallas anhängig, teilte dessen Direktor der ZfK mit. Bei Geschäftsführern ist für Klagen gegen deren Abberufung als Organ der Gesellschaft das örtliche Landgericht zuständig, für Klagen gegen deren parallele Anstellungsverträge, wenn es sie denn gibt, das Arbeitsgericht.

Opalla äußert sich, zweite Kündigung

Und Opalla, der für die ZfK nicht zu erreichen ist, hat sich in einer Lokalzeitung empört über seine Entlassung geäußert: Er sei "bis heute" mit keiner Pflichtverletzung konfrontiert worden, die eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen würde, sagte er am Mittwoch der "Kreiszeitung". Opalla bezeichnete den Umgang mit ihm „nach 18 Jahren erfolgreichen Wirkens" für sich und seine Familie "verletzend“. Und die SPD-Fraktion im Rat der Kreisstadt zwischen Bremen und Osnabrück verlangt vom Diepholzer Bürgermeister Florian Marré als Vorsitzendem der Gesellschafterversammlung Antworten auf einen Fragenkatalog zum Prozedere. Damit köchelt das Thema kommunalpolitisch weiter.

Marré bestätigte und präzisierte gegenüber der ZfK die Angabe der "Kreiszeitung", dass gegen Opalla eine zweite "außerordentliche Kündigung" ausgesprochen worden sei. Dies sei "aufgrund weiterer Erkenntnisse" geschehen. Mehr teile man aus Rücksicht auf das laufende Verfahren über die ursprüngliche Pressemitteilung hinaus nicht mit. Damals hieß es, man habe einen "Strukturprozess" für den Versorger beschlossen. Interimistisch ist der Berater und ehemalige Stadtwerkechef Hermann Janning Opallas Nachfolger in Diepholz. (geo)

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