"Ob ick jefracht werde, ob ick zufrieden bin? Ditt weeß ick nich. Aber dass ick zufrieden bin, ditt weeß ick“, antwortet ein BSR-Mitarbeiter lachend. Diese ehrliche Aussage spiegelt wider, wie manche Beschäftigte die Kommunikationsbemühungen im Unternehmen wahrnehmen. Noch immer erscheint es einigen bisweilen, als kämen Anweisungen nur „von oben“. Auf welche Methoden setzen die Berliner Wasserbetriebe und die Berliner Stadtreinigung, um dem entgegenzuwirken?
Austausch bei den Berliner Wasserbetrieben
Astrid Hackenesch-Rump, Pressesprecherin der Berliner Wasserbetriebe, bringt es auf den Punkt: „Bei 4600 Mitarbeiter:innen benötigen wir verschiedene Kommunikationsformen, die über klassische Hierarchien hinausgehen.“ Das Unternehmen setzt sowohl auf Top-down- als auch auf Bottom-up-Kommunikation, abhängig vom Thema und der Kommunikationsart.
- Digital und nah
- Mitarbeitermeinung als Motor
- Ideen von allen
Transparenz bei der Berliner Stadtreinigung
Die Berliner Stadtreinigung betont den Wert von Respekt und Offenheit in der Unternehmenskommunikation. „Transparenz und eine offene Kommunikation sind unser Maßstab – für alle Beschäftigten und in jede Richtung“, heißt es.
- Verbindende Kanäle
- Transparenz fördert Vertrauen
- Ideenlabor
Top-down versus Bottom-up
Top-down-Kommunikation ist effizient und ermöglicht es, klare Anweisungen, Ziele und Erwartungen zu vermitteln. Dies ist besonders in Notfällen oder bei kurzfristigen Entscheidungen wichtig. Ein Beispiel ist die Bekanntgabe neuer Richtlinien durch Rundschreiben oder Meetings, bei denen die Führungsebene die finalen Informationen weitergibt. Ein Nachteil dieses Ansatzes ist die möglicherweise eingeschränkte Mitarbeiterbeteiligung, was zu Frustration und Unzufriedenheit führen kann, wenn sich die Beschäftigten übersehen fühlen.
Bottom-up-Kommunikation fördert eine offene Struktur, bei der Mitarbeitende aktiv Feedback, Ideen und Informationen weitergeben. Dies stärkt das Teamgefühl und nutzt das Wissen und die Perspektiven der Beschäftigten. Regelmäßige Feedback-Sitzungen, Ideenwettbewerbe und Mitarbeiterbefragungen sind Beispiele für diesen Ansatz. Ein Vorteil dieser Methode ist die stärkere Einbindung der Beschäftigten, was oft zu innovativen Lösungen führt. Allerdings kann dieser Ansatz die Entscheidungsfindung verlangsamen, da die Informationen durch mehrere Hierarchieebenen gehen müssen.
Fazit
Die ideale Kommunikationsstrategie kombiniert Elemente von Top-down- und Bottom-up-Kommunikation. Diese ausgewogene Mischung ermöglicht es, klare Richtlinien und Ziele zu kommunizieren und gleichzeitig die Partizipation und das Engagement der Mitarbeiter:innen zu fördern. Die Berliner Wasserbetriebe und die Berliner Stadtreinigung zeigen, dass eine flexible Anpassung der Kommunikationsform je nach Situation und Unternehmenskultur das Geheimnis eines zukunftsweisenden Managements ist. (af)



