Der Chatbot "Trobert" der Stadtwerke Troisdorf ist seit Herbst 2018 live in der Kundenbetreuung. Das System beruht auf einem White Label von Proenergyconsult und Addbots. Das Konsortium hat in der Corona-Krise einen Krisenkommunikations-Chatbot auf den Markt geworfen.

Der Chatbot "Trobert" der Stadtwerke Troisdorf ist seit Herbst 2018 live in der Kundenbetreuung. Das System beruht auf einem White Label von Proenergyconsult und Addbots. Das Konsortium hat in der Corona-Krise einen Krisenkommunikations-Chatbot auf den Markt geworfen.

Bild: © Proenergyconsult

Durch Schließung des Kundenzentrums entfällt der Kanal einer persönlichen Kundenbetreuung. Auch die Kapazitäten für die telefonische und die E-Mail-Kundenbetreuung dürften im Laufe der Corona-Krise knapp werden, wenn man an Erkrankungen aller Art und Kinderbetreuung denkt.

Ein Chatbot kann diesen Engpass als neuer digitaler Kollege mit 24/7-Verfügbarkeit entlasten. Er erkrankt zumindest nie am Corona-Virus, lässt sich im Home Office nicht ablenken und streikt selten. Jetzt hat der Kölner Anbieter Proenergyconsult eine auf Krisenkommunikation spezialisierte Light-Version seines "Stadtwerke-Chatbot" auf den Markt geworfen. Dies geht aus einer Pressemitteilung von Proenergyconsult hervor.

Mehr als zwei Jahre Live-Erfahrung

Heutige Chatbots können Kundenanfragen auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI) verstehen und bearbeiten. Die Vollversion des "Stadtwerke-Chatbot" ist eine Kooperation von Proenergyconsult, den Stadtwerken Troisdorf und dem Technologie-Start-up Addbots aus München. Bei den Troisdorfern heißt er „Trobert“. Seit Herbst 2018 ist er im Einsatz und wurde zu einer Cloud-Plattform für deutsche Stadtwerke weiterentwickelt. Weitere Anwender sind mittlerweile:

  • die Energieversorgung Leverkusen,
  • die Stadtwerke Ettlingen
  • die Stadtwerke Neumarkt in der Oberpfalz
  • und die Technischen Werke Schussental (TWS).

Der "Stadtwerke-Chatbot" versteht nach Anbieter-Angaben mehr als 90 Prozent aller Kundenanfragen und bearbeitet sie korrekt.

Was der Krisen-Chatbot kann

Auch die Light-Version für Krisenkommunikation ist eine Cloud-Software. Sie lässt sich binnen ein bis zwei Tagen implementieren, und das rein im elektronischen Kontakt, schreibt der Anbieter. In den Stadtwerke-Internetauftritt werde sie mit nur wenigen HTML-Zeilen integriert. Die Krisenmanagement-Ausgabe kann unter anderem folgende Fragen bearbeiten:

  • zur Versorgungssicherheit
  • Erreichbarkeit des Kundenzentrums
  • An- und Abmeldung
  • Umgang mit vereinbarten Terminen, zum Beispiel für Hausanschlüsse
  • Störungsannahme für Wasser, Gas und mehr
  • einige grundsätzliche Fragen zu Rechnungen, Produkten oder Stammdaten
  • Bezahlung und Forderungsmanagement

Die Antworten sind dabei für jedes Stadtwerk individuell.

Die Kosten

Proenergyconsult nennt wegen der rasanten Entwicklung rund um Corona nur einen indikativen Preis, keinen durchkalkulierten: "unterhalb von 5000 Euro" für die Implementierung, Hosting für drei Monate sowie die Weiterentwicklung der Krisenkommunikation, die allen beteiligten Stadtwerken zugutekommt.

Nach den drei Monaten endet der Krisenkommunikations-Chatbot ohne Weiteres, wenn ihn das Stadtwerk nicht verlängert. Umgekehrt sei die Einführung der Vollversion ein vier- bis sechswöchiges Projekt, heißt es aus Köln.

Die ZfK befragt demnächst alle bekannten Anbieter von Chatbots mit Kommunal- oder Energieversorgern als Referenzkunden in einer neutralen Marktübersicht. (geo)

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