Ein Drittel der Stellenwechsel werden über Headhunter organisiert.

Ein Drittel der Stellenwechsel werden über Headhunter organisiert.

Bild: © H_Ko/stock.adobe.com

Die Fluktuationsquote in Deutschland und die Anzahl der Stellenwechsel über Personalvermittler steigen weiter an. 2022 wechselten 5,2 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland das Unternehmen (15,2 Prozent). Das ist ein Anstieg von 2,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019. An 30,3 Prozent der Stellenwechsel waren Personaldienstleister beteiligt. Das enspreche 1,59 Mio. Vermittlungen im Jahr 2022, wie Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder mitteilt.

Die Anzahl der Menschen, die mit ihrer Stelle unzufrieden seien und den Arbeitgeber wechseln möchten, nehme laut dem Beratungsunternehmen weiterhin zu. Ein Drittel der Berufstätigen ist 2022 ein neues Beschäftigungsverhältnis eingegangen oder hat aktiv darüber nachgedacht. Das entspricht 11,5 Mio. Berufstätigen, die für eine Neuorientierung offen sind. Immer öfter finden die Stellenwechsel über Personalvermittler statt. Personen, die ihre Stelle über einen Vermittler gewechselt haben, erhalten meist drei oder mehr Angebote. 84 Prozent derjenigen, die bereits Kontakt zu einem Personalvermittler hatten, nahmen die Zusammenarbeit als positiv wahr. 

Beweggründe für einen Stellenwechsel

Mehr als die Hälfte der Berufstätigen (55,6 Prozent) strebe mit dem Stellenwechsel eine Führungsposition an, heißt es in der Mitteilung ferner. Dabei ist mehr Gestaltungsraum fast genauso wichtig wie ein höheres Gehalt. Die gestiegene Inflation sowie die wirtschaftlichen Unsicherheiten haben 2022 hingegen nur eine untergeordnete Rolle gespielt: Nur eine Minderheit (23,6 %) gab an, aufgrund der aktuellen Lage offener für einen Stellenwechsel zu sein. Mehr als die Hälfte der Berufstätigen gab an, deshalb weniger offen für einen neuen Arbeitgeber zu sein.

Thomas Ball, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder, ordnet die Ergebnisse ein: "Personalvermittlung ist sehr viel weiter verbreitet als allgemein vermutet. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass immer mehr Unternehmen bei der Besetzung von Stellen auf professionelle Vermittler setzen. Das gilt nicht mehr nur für Führungskräfte, sondern auch für die Breite der zu besetzenden Stellen." (gun)

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