Mehr als 4100 Menschen beschäftigten allein die Kölner Verkehrsbetriebe Ende 2023. Dazu gesellten sich mehr als 2600 Rheinenergie-Mitarbeiter.

Mehr als 4100 Menschen beschäftigten allein die Kölner Verkehrsbetriebe Ende 2023. Dazu gesellten sich mehr als 2600 Rheinenergie-Mitarbeiter.

Bild: © Oliver Berg/dpa

Es ist eine gewaltige Summe, die Köln seinen Stadtwerken zur Verfügung stellt. Es sind auch gewaltige Herausforderungen, vor denen das nach Umsatz größte Stadtwerk der Republik steht.

Nach eigenen Angaben richtet die Stadt eine Kreditlinie in Höhe von bis zu 400 Millionen Euro ein. Darauf kann der Konzern zugreifen, um kurzfristige Liquiditätsbedarfe abzudecken. Außerdem plant die Stadt im Haushalt 2027 eine deutlich verringerte und ab 2028 keine planmäßige Gewinnausschüttung ihrer Stadtwerke ein.

"Veritable kommunale Finanzkrise"

Der Hintergrund ist wohlbekannt. Die Stadtwerke Köln stehen vor erheblichen Investitionen. Der Querverbundkonzern rechnet mit einem Volumen von zwölf Milliarden Euro bis 2035, vor allem um die Energieversorgung und den Nahverkehr klimaneutral zu gestalten.

Andererseits könnten die Verluste bei der strukturell defizitären Nahverkehrstochter KVB so hoch werden, dass erwartete Gewinne der Energietochter Rheinenergie dies nicht mehr auffangen. 2027 könnten die Stadtwerke Köln, bislang ein zuverlässiger Goldesel für die Stadt, ins Minus rutschen – so die eigene Einschätzung noch vor wenigen Monaten.

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Die Politik müsse sich ehrlich machen und hinterfragen, was man sich leisten könne, hatte Stadtwerke-Chef Andreas Feicht im November bei den ZFK Media Days gefordert. "Überall steigen die Kosten tierisch an." Sein Fazit: Das kommunale Erfolgsmodell Querverbund funktioniert so nicht mehr. "Wir sind eigentlich schon mitten in einer veritablen kommunalen Finanzkrise."

Anpassungen bei Bädern und im Nahverkehr

Stadt und Stadtwerke steuern nun gegen. Sie will den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) bis zu 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, um neue Stadtbahnwagen zu beschaffen.

Zudem soll es Anpassungen des Stadtwerke-Leistungsportfolios geben. Die Bädertochter Köln-Bäder soll vorläufig auf zusätzliche Wasserflächen verzichten. Die Nahverkehrstochter KVB soll das Busangebot moderat verringern. Außerdem soll der Ausbau subventionierter Mitarbeitendenwohnungen zurückgestellt werden. Insgesamt sagen die Stadtwerke zusätzliche konzerninterne Ergebnisverbesserungen in Höhe von 30 Millionen Euro pro Jahr zu.

Neue Art der Zusammenarbeit

Stadt und Stadtwerke wollen zudem einen Vertrag zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit (Commitment) schließen. "Das Commitment etabliert einen gemeinsamen Prozess, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und abgestimmte Gegenmaßnahmen zu ergreifen", teilt das Rathaus mit. "Die wirtschaftliche und rechtliche Ausgestaltung des Commitments wird in enger Zusammenarbeit zwischen Stadt Köln und dem Konzern erfolgen und soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein."

Stadtwerke-Chef Feicht begrüßte das Maßnahmenpaket. Dies schaffe die Voraussetzungen, dass die Gesellschaften des Konzerns bis zu zwölf Milliarden Euro bis 2035 investieren könnten.

Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) betonte, dass seine Stadt auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig bleiben und die Daseinsvorsorge in Köln dauerhaft sichern wolle. "Dass selbst eine starke Kommune wie Köln Leistungen einschränken muss, zeigt, wie dringend die Kommunen einen verlässlichen und angemessenen finanziellen Ausgleich für die immer neuen Pflichtaufgaben benötigen, die Bund und Länder ihnen übertragen", sagte er mit Blick nach Düsseldorf und Berlin.



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