"Wenn es um Lebensqualität geht, landen Städte mit hohem Fußverkehrsanteil regelmäßig auf den vordersten Plätzen. Fußverkehr stärkt Leib und Seele, fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und entlastet die Umwelt. Wir haben also allen Grund fußgängerfreundlich zu werden", erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zum Auftakt des Kongresses, wie aus einer Pressemitteilung des baden-württembergischen Verkehrsministeriums hervorgeht.
"Die schwächeren Verkehrsteilnehmer schützen", erklärte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) live zugeschaltet: Dies sei der Leitgedanke im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und er werde die Maxime der ersten Fußverkehrsstrategie sei.
Scheuer: Gute Bedingungen für Fußgänger schaffen
"Heute auf dem Deutschen Fußverkehrskongress sind wir dafür den ersten Schritt gegangen: Wir wollen gute Bedingungen für Fußgänger. Auf dieser Basis arbeiten wir – damit jeder sicher zu Fuß unterwegs ist", wird Scheuer zitiert.
"Gehwege sind oft zu schmal und werden immer wieder zugeparkt. Lange Wartezeiten an Ampeln, mehrfaches Warten an Kreuzungen und Stehzeiten an Straßen – All das macht Zufußgehen unattraktiv. Das müssen wir ändern", erklärte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).
Mehr als 1000 Teilnehmer digital
Der 3. Deutsche Fußverkehrskongress wurde gemeinsam vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg und vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur veranstaltet und fand erstmals in digitaler Form statt. Die Veranstaltung sei auf großes Interesse: Bis zum Vortag des Kongresses hätten sich deutlich mehr als 1.000 Personen angemeldet, heiß es in der Pressemitteilung.
Im Zentrum des Kongresses standen die Belange von Kindern und älteren Menschen. Sie sollen stärker berücksichtigt werden. Dieser Wunsch kommt im Kongressmotto zum Ausdruck: „Jetzt Straßen für alle schaffen!“
30 Prozent Fußverkehrsanteil bis 2030
Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg verfolgte das Ziel, die Bedingungen für den Fußgängerverkehr zu verbessern, bis 2030 den Fußverkehrsanteil auf 30 Prozent der Wege zu erhöhen und 500 lebendige und verkehrsberuhigte Ortsmitten zu schaffen, heißt es weiter in der Pressemitteilung.
Etliche Städte und Gemeinden setzten inzwischen auf die Stärkung des Fußverkehrs. Sie würden beginnen, Straßen und Plätze fußgängerfreundlich umzugestalten und dem Fußgängerverkehr mehr Raum zu geben. Dazu habe auch die vom Land seit einigen Jahren angebotene Förderung der sogenannten Fußverkehrs-Checks beigetragen. Zudem fördere das Land die Konzeption, Planung und Bau kommunaler Fußverkehrsnetze. (hcn)



