Josef Hasler, der langjährige Vorstandsvorsitzende des Nürnberger Regionalversorgers N-Ergie, hat das Unternehmen zum 20. September verlassen. Hasler habe seine Ämter, zu denen auch der Vorsitz der Geschäftsführung der Städtischen Werke Nürnberg sowie der Vorsitz der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft gehören, „aus persönlichen Gründen“ niedergelegt, heißt es in einer Pressemitteilung.
Darin bedankt sich Hasler herzlich bei den beteiligten Personen für die „konstruktiven Gespräche“. So sehr er seine Zeit bei der N-Ergie Aktiengesellschaft, der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft und der Städtische Werke Nürnberg GmbH genossen habe, sei es nun an der Zeit, sich anderen Dingen zu widmen.
Seit 1999 für N-Ergie im Einsatz
Hasler übernahm im Jahr 1999 die Leitung des Controllings bei der N-Ergie. 2007 wurde er als Finanzchef in den Vorstand berufen, 2011 wurde der Betriebswirt Vorstandvorsitzender der N-Ergie.
Hasler hinterlässt ein wirtschaftlich gut aufgestelltes Unternehmen. Im vergangenen Geschäftsjahr war der Umsatz der N-Ergie um knapp ein Viertel auf 2,8 Mrd. Euro gestiegen. Das Ergebnis war ebenfalls um fast ein Viertel nach oben geklettert und betrug 158 Mio. Euro.
Unterschiedliche Vorstellungen über die Unternehmensstrategie
Die Regionalpresse hatte im Vorfeld der nun bestätigten Trennung übereinstimmend von Konflikten zwischen der Stadtspitze, dem Aufsichtsrat und dem Vorstandschef berichtet. Man habe keine Einigkeit über die künftige strategische Ausrichtung der Stadtwerke erzielen können, hieß es. Unmut hatte es offenbar auch über den Führungsstil des Energiemanagers gegeben.
Während seiner Amtszeit hatte Hasler sich immer wieder in die aktuellen energiepolitischen Debatten eingeschaltet und sich mit pointierten Äußerungen zur Energiewende weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Er setzte sich für den Ausbau der Erneuerbaren ein und plädierte für den Erhalt einer regionalen Energieversorgung. Wichtig war ihm auch, die Energiewende sozialverträglich zu gestalten.
Nachfolge noch unklar
Über die Nachfolgeregelungen in den drei Unternehmen sollen die Aufsichtsratsgremien "zeitnah" entscheiden, heißt es aus Nürnberg.
Hasler war einer der Top-Verdiener der Branche, was immer wieder für Kritik gesorgt hatte. Zuletzt sollen seine Bezüge auf jährlich bis zu rund 720.000 Euro angestiegen sein. (amo)
Hinweis: Anfang dieses Jahres sprach die ZfK im Podcast "Jetzt mal unter uns" mit N-Ergie-Chef Josef Hasler über den Erneuerbaren-Ausbau und sein persönliches Engagement beim Bäumepflanzen. Hier können Sie die Folge noch einmal anhören.



