Eigentlich ist die Welt schon immer VUCA – veränderlich, unsicher, komplex und ambivalent. Bereits vor circa 2500 Jahren wusste Heraklit: „Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Allerdings hat sich durch die Digitalisierung die Größenordnung und das Tempo erhöht.
Deshalb ist heute eine klare strategische Vision die wichtigste Grundlage: Wie soll eine gemeinsame Zukunft mit langfristiger Perspektive aussehen? Und wie kommunizieren Unternehmen mit ihren Mitarbeitenden, wenn bisweilen die Zweifel größer sind als die Zuversicht? Wir haben bei den Stadtwerken Iserlohn, Stadtwerken Kiel und Stadtwerken Wunsiedel nachgefragt.
Vorbild durch verbindliche Kommunikation
Die Stadtwerke Iserlohn setzen auf eine klare strategische Ausrichtung. Geschäftsführer Reiner Timmreck unterstreicht, dass man als Führungskraft die Ziele und Werte des Unternehmens so zu übersetzen habe, „dass sich die daraus ergebenden Aufgaben für die Mitarbeitenden ableiten und kommunizieren lassen“.
Bei der Umsetzung derartig visionärer Projekte sei, so Timmreck, jede einzelne Hand und jeder einzelne Kopf gefragt. Aus diesem Grund gebe es regelmäßige Besprechungen und Briefings seitens der Geschäftsführung, um „den Informationsfluss sicherzustellen“. Führungskräfte seien dazu „angehalten, einfach, klar und verbindlich zu kommunizieren“.
Führung ist Coaching
Die Stadtwerke Kiel legen Wert auf die Stärkung der Mitarbeitenden und fördern deren Eigenverantwortung. Dazu gehört auch, dass die Belegschaft in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Indem die Führungskräfte Orientierung gäben und Identifikation ermöglichten, werde auch die Bereitschaft gefördert, Verantwortung zu übernehmen, wodurch sich wiederum eine produktive Dialogkultur entwickele, sagt der Pressesprecher der Stadtwerke, Sönke Schuster.
In diesem Zusammenhang sei es auch wichtig, Führung als Coaching zu verstehen und Führung zu professionalisieren. Wer sich stete Weiterentwicklung auf die Fahne schreibt, für den sind Austausch und Weiterbildung elementar. Ziel sei es, ein Unternehmensklima vorweisen zu können, „in dem Menschen Lust haben, ihr Bestes zu geben und Hand in Hand zu arbeiten“.
Ängste ernst nehmen
Die Stadtwerke Wunsiedel setzen auf eine offene familiäre Unternehmenskultur. Flache Hierarchien und direkte Kommunikationswege sorgen dafür, dass Informationen jede:n im Unternehmen erreichen. „Es kommt darauf an, sich auch in unsicheren Zeiten sicher zu bewegen“, so der Geschäftsführer Marco Krasser. Die Sicherheit nimmt er aus den Vorgaben der Zeit, die ihn bereits 2001 dazu gemahnt haben, das Energiekonzept zukunftsweisend aufzustellen.
Da ein solches ganzheitliches Vorhaben nur mit Rückendeckung zu stemmen ist, müssen die Mitarbeitenden den Nutzen des Perspektivwechsels verstehen und sich hinter das gemeinsame Ziel stellen. Dass Veränderungen auch immer Ängste mit sich bringen, weiß Krasser und nimmt sie ernst. In Zeiten von Homeoffice jederzeit ansprechbar und erreichbar zu sein, schaffe dabei Vertrauen. (Ariane Friedländer/hp)



