Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen), Wirtschaftssenatorin und Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe (BWB), stehen zu Beginn der Jahres-Pressekonferenz im Kundenzentrum der BWB.

Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen), Wirtschaftssenatorin und Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe (BWB), stehen zu Beginn der Jahres-Pressekonferenz im Kundenzentrum der BWB.

Bild: © Wolfang Kumm/dpa

Die Berliner Wasserbetriebe AöR (BWB) haben beim diesjährigen "Frauen-Karriere-Index" den dritthöchsten Indexrang errungen, zusammen mit der Santander Consumer Bank. Das geht aus dem Ranking hervor, den die Gründerin des FKI, die internationale Managerin Barbara Lutz, am Freitag veröffentlichte. RWE schnitt wie 2019 auf Rang fünf ab, Newcomer Stadtwerke München errangen den siebten Rang. Eigentlich hätte im Bundesfrauenministerium am Freitag kurz vor dem Weltfrauentag eine Feier stattfinden sollen, sie wurde allerdings wegen des Corona-Virus abgesagt, so Barbara Lutz zur ZfK.

Der FKI ist zwar für die Reputation großer Kapitalgesellschaften auf dem Arbeitsmarkt und gegenüber Investoren bedeutsam, er ist aber zunächst keine Auszeichnung. Vielmehr ist er ein 2012 entwickeltes Messinstrument, dem sich teilnehmende Unternehmen aktiv unterziehen müssen. Sie müssen dafür je nach Größe auch 4500 bis 8000 Euro zahlen, dürfen aber anonym bleiben. Der FKI analysiert und monitort die "intensive und strukturierte" Arbeit an dem "strategischen Ziel, Frauen in Führungspositionen zu bringen", sagt Barbara Lutz.

Gesetzliche Pflicht zu Zielgrößen

In Deutschland müssen seit Mai 2015 geschätzt 3000 Kapitalgesellschaften und öffentliche Unternehmen (Rechtsformen AG, KGaA, SE, GmbH, eG, VVaG) verbindliche Zielgrößen für die ersten drei Führungsebenen benennen. So schreibt es das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungs­positionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" vor. Der FKI liefert messbare Reporting- und Zielgrößen, die belegen, inwieweit diese Anforderungen erfüllt werden. Inzwischen gilt der Index, so die Eigendarstellung, bundesweit auch als "maßgebliches Monitoring-Tool für die generelle Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens". Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) ist Schirmherrin.

In diesem Jahr nahmen 42 internationale Großkonzerne, Dax-Unternehmen, Familienbetriebe sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) teil. Insgesamt waren es seit Bestehen 160 Unternehmen. Die Teilnehmer treffen sich zweimal jährlich, um sich über die Best Practice auszutauschen. Das Ranking führt wie 2019 die Unternehmensberatung Accenture an, mit 91 Indexpunkten, ergänzte Barbara Lutz gegenüber der ZfK. Die Top Ten hätten alle mehr als 80 Punkte erreicht; diese setzten sich zusammen aus den Kriterien

  • "Status & Dynamik": Wie viele Frauen haben es in welche Führungsebene geschafft, wie war die Karriereentwicklung in den vergangenen Jahren?
  • "Commitment": Wozu verpflichten sich die Unternehmen, wer kommuniziert die Ziele, sind das nur die Frauenbeauftragten oder gibt es ein "Zusammenspiel", so Barbara Lutz: Steht das Topmanagement geschlossen und aktiv dahinter, wie sieht es im Mittelbau aus?
  • "Rahmenbedingungen": Transparenz von Einstellungsprozessen, auch wenn Headhunter engagiert werden; Arbeitszeitmodelle und vieles mehr

SWM: 20 Prozent weibliche Führungskräfte

SWM-Personalgeschäftsführer Werner Albrecht kommentierte den guten FKI aus dem Stand heraus in einer Pressemitteilung so: "Der Anteil weiblicher Führungskräfte bei den SWM liegt bei 20 Prozent. Er hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten vervierfacht, wir wollen ihn weiter auf mindestens 25 Prozent steigern. Zusätzlich schaffen wir agilere Strukturen, leben eine offene Unternehmenskultur, fördern aktiv Diversität und ein gleichberechtigtes Miteinander." Erst vor Kurzem hatten die SWM die Auszeichnung „Leading Employer 2020“ erhalten. (geo)

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