Die Corona-Pandemie hat auch auf dem Weiterbildungsmarkt ihre Spuren hinterlassen. Inzwischen werden bei großen Anbietern fast die Hälfte aller Veranstaltungen online durchgeführt, wie die Bildungseinrichtung Manager Institut erklärt. Die Gründe hierbei lägen in der Kosten- und Zeitersparnis, der höheren Flexibilität und der geringen Größe der Lerngruppen.
Allerdings ließen sich bei den Seminarbuchungen deutliche Unterschiede in den Präferenzen feststellen, heißt es. Ausschlaggebend ist demnach der Fachbereich, in dem das Seminar geplant ist.
Missverständnis über Interaktion
So werden Schulungen in stark faktenbasierten Fachgebieten wie Arbeitsrecht oder Projektmanagement heute schon überwiegend digital wahrgenommen. Anders sehe es bei Seminaren aus, bei denen die Entwicklung persönlicher und sozialer Kompetenzen im Mittelpunkt stehe.
Hier glauben viele Teilnehmer noch, dass sich das entsprechende Wissen im Präsenzunterricht besser vermitteln lasse, so das Institut aus München. Nach Ansicht von Oliver Haberger, geschäftsführender Gesellschafter des Manager Instituts, beruht dies zumindest teilweise auf einem Missverständnis: "Zahlreiche Interessenten an einer Weiterbildung halten das in Echtzeit angebotene Online-Seminar für eine Art Webcast ohne Möglichkeit zur Interaktion und befürchten, dass das digitale Format ihren individuellen Bedürfnissen nicht gerecht wird."
Bis zu 90 Prozent digital
Dies sei aber bei professionellen Anbietern nicht mehr der Fall. Dank der erweiterten technischen Möglichkeiten könne das Feedback des Trainers beim Online-Unterricht heute oft präziser auf den einzelnen Teilnehmer zugeschnitten werden als bei Präsenzveranstaltungen.
Haberger ist deshalb überzeugt, dass sich die Weiterbildung auch bei der Vermittlung von Soft Skills zunehmend digitalisieren wird. Rechne man hybride Schulungsformen hinzu, würden in den kommenden Jahren voraussichtlich 80 bis 90 Prozent aller Weiterbildungsmaßnahmen online durchgeführt werden. (jk)



