"Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und der Öffentliche Personenverkehr (ÖPV) brauchen akademisch qualifizierte Generalisten", sagt Professor Carsten Sommer, wissenschaftlicher Leiter des Masterstudiengangs ÖPNV und Mobilität in Deutschland. Der berufsbegleitende Studiengang der Universität Kassel und ihrer Management School UNIKIMS qualifiziert Ingenieure, Ökonomen, Juristen, aber auch andere Akademiker mit einem ersten Studienabschluss zum Master of Science
Der Öffentliche Verkehr samt dem ÖPNV sei der einzige Verkehrsträger, der den Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) des Verkehrssektors spürbar senken könne, so Sommer weiter. Dazu müssten vor allem lange Reiseweiten von mehr als 20 Kilometer vom Auto auf den ÖPV verlegt werden. Insbesondere die längeren Fahrten verursachten einen hohen CO2-Ausstoß.
Schub durch Digitalisierung
Damit noch mehr Nutzer auf den Öffentlichen Verkehr umstiegen, fordert Sommer, müsse der Öffentliche Verkehr immer verlässlicher und transparenter werden im Angebot einer Reise von Tür zu Tür, im Tarifangebot und im Vertrieb. Durch die Corona-Pandemie habe auch im ÖPNV die Digitalisierung einen Schub erfahren.
Der Studiengang vermittle "in einem neuen Modul die Sensibilität, das Wissen und das Können, wie ich als ÖPNV-Master die richtigen Daten generieren und nutzbringend für meine Kunden und mein Unternehmen verarbeiten kann, damit am Ende der Anteil des ÖPV und des ÖPNV im Modal-Split steigt und der Klimawandel zumindest gebremst werden kann", berichtet Sommer.
Generalist im ÖPNV
Der Bedarf an Akademikern mit einer universitären Spezialisierung zum Generalisten im ÖPNV sei unstillbar groß. "Mit unserem Masterstudiengang schlagen wir seit 2013 die Brücke zwischen den Disziplinen und versetzen die Absolventen in die Lage, den ÖPNV ganzheitlich zu betrachten und die Sichtweisen der Kollegen mit einem anderen beruflichen Hintergrund, deren Argumente und Motive, verstehen zu können", berichtet Sommer.
Für den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VdV) ist der berufsbegleitende Studiengang der Universität Kassel zum Master of Science in ÖPNV und Mobilität ein "exzellentes Angebot" an die Verkehrsbranche und ihre Beschäftigten. Der ÖPNV benötige auf der Leitungsebene interdisziplinäre Kompetenz. Genau zu dieser befähige der berufsbegleitende Studiengang ÖPNV und Mobilität der Universität Kassel.
ÖPNV effizient halten
Der Studiengang überzeugt auch die Führungskräfte in Verkehrsunternehmen. "Im Studiengang erhalt ich Wissen aus den Ingenieurwissenschaften, aus Betriebswirtschaft, Recht und Planung in einem Extrakt, das exakt fokussiert ist auf die Herausforderungen des ÖPNV", sagt Klaus Reintjes, Betriebsleiter Straßenbahn- und Omnibusverkehr der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG).
Martin Arnold von der Münchner Beratungsgesellschaft Intraplan möchte als Dozent "die Studierenden dafür sensibilisieren, wie wichtig es ist, mit den Mitteln der Ökonomie den richtigen Rahmen zu setzen für einen effizienten ÖPNV." Dieser sei nicht per se gut, sondern er vielfach weniger schlecht als der motorisierte Individualverkehr. Er belaste vor allem in urbanen Räumen die Umwelt nicht so stark mit Emissionen von Schadstoffen und Lärm, und er schone dort insbesondere die Ressourcen Energie und Fläche. (jk)



