Deutschlands größter Fernleitungsnetzbetreiber, die ehemalige Eon-Tochter Open Grid Europe (OGE), komplettiert seine Geschäftsführung mit Nathalie Leroy. Die Managerin ist in der Kommunalbranche wohlbekannt. Mehrere Jahre führte sie den norddeutschen Wasserversorger Hamburg Wasser. Als Vizepräsidentin gehörte sie zudem dem Präsidium des Branchenverbands BDEW an.
Nach einer Zwischenstation beim Flughafen München, wo Leroy als Geschäftsführerin für Finanzen und Infrastruktur zuständig war und laut Beteiligungsbericht der Stadt München im Jahr 2022 insgesamt 575.000 Euro verdiente, zieht es die Diplom-Kauffrau nun nach Essen. Sie tritt die neue Stelle im Januar an.
Neuer Sprecher der Geschäftsführung
Leroy wird bei OGE das kaufmännische Ressort verantworten. Sie übernimmt damit das Aufgabengebiet von Frank Reiner, der als Finanzvorstand zum Oldenburger Energiekonzern EWE wechselt. (Die ZfK berichtete.)
Sprecher der Geschäftsführung wird zum 1. Juli Thomas Hüwener. Er ist bereits seit 2001 für das Unternehmen tätig und seit mehreren Jahren Mitglied der Geschäftsführung.
Neuer Technikchef
Hüwener löst den langjährigen Chef Jörg Bergmann ab, der in den Ruhestand geht. Er wird für die Schwerpunkte Strategie, Unternehmensentwicklung, Netzplanung, Kundenservice und Personal zuständig sein. OGE hatte dies bereits im Januar bekanntgegeben. (Die ZfK berichtete.)
Ebenfalls zum 1. Juli übernimmt Detlef Brüggemeyer Hüweners aktuelles Technikressort in der Geschäftsführung. Auch Brüggemeyer arbeitet schon lange für OGE. Er leitet aktuell den Bereich Netzplanung und -steuerung. OGE hatte seinen Aufstieg vor wenigen Tagen kommuniziert. (Die ZfK berichtete.)
"Ausgewiesene Finanzexpertin"
In einer schriftlichen Stellungnahme bezeichnete Hüwener Leroy als "ausgewiesene Finanzexpertin im Infrastrukturbereich" und "gestandene und zukunftsorientierte Persönlichkeit". Gemeinsam wolle das neue Führungsteam die Zukunft von OGE gestalten – "im Erdgas-, im Wasserstoff- sowie im CO2-Transport".
OGE betreibt – Beteiligungen mit eingerechnet – ein Leitungsnetz mit einer Länge von rund 12.000 Kilometern, das von Schleswig-Holstein bis nach Bayern reicht. Schwerpunkt ist der Nordwesten Deutschlands. Für die Unternehmensgruppe arbeiten nach eigenen Angaben mehr als 2000 Menschen.
Wasserstoff: OGE mit tragender Rolle
OGE befindet sich mitten in der Transformation vom Erdgas- zum Wasserstoffnetzbetreiber, wobei das Erdgasgeschäft in den nächsten Jahren die Haupteinnahmequelle bleibt. Die Unternehmensgruppe ist Partner des Projekts H2 Get. Ziel ist es, im Nordwesten Deutschlands den Kern für eine europäische Wasserstoffwirtschaft aufzubauen.
OGE spielt zudem bei der Errichtung eines deutschen Wasserstoff-Kernnetzes eine tragende Rolle. Ein gemeinsamer Antrag der Fernleitungsnetzbetreiber muss bis zum 21. Juni bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. (aba)


