Wenn das Cyberrisiko systematisch unterschätzt wird, hat dies mit verschiedenen Fehlannahmen zu tun.

Wenn das Cyberrisiko systematisch unterschätzt wird, hat dies mit verschiedenen Fehlannahmen zu tun.

Bild: © ipopba/AdobeStock

Auf die Frage "Wie wichtig sind Ihnen die folgenden Themen in der Personalarbeit?" nannten in diesem Jahr 82 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel. Das ist das Ergebnis der Studie "Trends in Vergütung und HR 2022/2023" der Unternehmensberatung Lurse. Damit habe der Fachkräftemangel als größtes Problem einen Zuwachs von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr - von Platz 5 auf Platz 1.

"Dieser starke Bedeutungszuwachs ist angesichts der aktuellen politischen Situation, der hohen Inflation und des Rückgangs der Corona-Maßnahmen nachvollziehbar", sagt Birgit Horak, Managing Partner bei Lurse. "Die Unternehmen berichten uns von einer gestiegenen Fluktuation in den unterschiedlichsten Bereichen und von einem angespannten Bewerbermarkt." Auch habe sich das Einzugsgebiet für Rekrutierungen durch die Zunahme mobiler Arbeit wesentlich erweitert. Die Folge seien deutlich gestiegene Gehaltsforderungen und erhöhte Einstiegsgehälter.

Digitalisierung bleibt wichtig

Am deutlichsten macht sich der Mangel demnach an Fachkräften im IT-Bereich mit 79 Prozent der Nennungen bemerkbar. Mit weitem Abstand folgen Engineering, Sales & Support und Forschung und Entwicklung. Fast jedes zweite Unternehmen gab an, Schwierigkeiten zu haben, Auszubildende oder Hochschulabsolventen zu finden.

Die Digitalisierung der Personalarbeit stand über Jahre hinaus stabil an der Spitze des Rankings der wichtigsten HR-Trends, so die Studienautor*innen. In diesem Jahr rückt sie mit 80 Prozent knapp auf den zweiten Platz, bleibt aber nach wie vor wichtig. Sieben von zehn Firmen gehen davon aus, dass Fragen der Digitalisierung weiter an Bedeutung gewinnen und 84 Prozent gehen diese aktiv an.

Leadership hat sich verändert

"Um ihre Personalangelegenheiten zu verschlanken, haben bereits heute 88 Prozent der befragten Unternehmen einen Manager Self Service und 91 Prozent einen Employee Self Service realisiert - Tendenz steigend", sagt Horak. Dies betrifft unter anderem Prozesse wie die Genehmigung von Dienstreisen oder die Rekrutierung externer Mitarbeitender, das Berichtswesen oder das Performance Management, also beispielsweise Leistungsbeurteilungen und Zielvereinbarungen. Ein Employee Self Service wiederum könne etwa Urlaubsanträge, Reisekosten- und Gehaltsabrechnungen aber auch die Verwaltung von Arbeitszeiten vereinfachen.

Das Thema Mitarbeiterführung bleibt mit 73 Prozent dagegen weiterhin eines der Top 3 Themen der Personalarbeit. Etwa zwei Fünftel der Befragten gaben an, dass sich in ihren Unternehmen das Verständnis von Leadership im Laufe der vergangenen Jahre verändert habe, und in etwa die Hälfte der Befragten gehen für die Zukunft von einer wachsenden Bedeutung der Thematik aus.

Ergebnisse wichtiger als Präsenz

"Die Corona-Krise hat hierzu einiges beigetragen - und zwar auch zum Positiven", erklärt Horak. "Das geht aus den Äußerungen etlicher Unternehmen klar hervor." Demnach habe sich die virtuelle Zusammenarbeit verbessert. Während der Pandemie habe sich gezeigt, dass Führung auch über einen längeren Zeitraum aus der Distanz erfolgen könne.

Letztlich seien gute Ergebnisse wichtiger als die Präsenz am Arbeitsplatz, so einige der Befragten. Dennoch wird die persönliche Zusammenarbeit nach wie vor als wichtig angesehen. Trotz der Chancen, die digitale Arbeitsplätze bieten, wollen die Unternehmen nicht auf die Vorteile direkter Interaktion verzichten.

Nicht-monetäre Leistungen gewinnen weiter an Bedeutung

Zu den Top Ten der wichtigsten HR-Trends gehören laut der Lurse-Studie auch das Employer Branding mit 70 Prozent der Nennungen, dicht gefolgt von den Themen Talent Management und Performance Management.

"Employer Branding-Strategien, mit denen Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern, sind nach wie vor wichtig für den Einsatz von HR-Instrumenten", so Philipp Dienstbühl, Manager bei Lurse. "Wie schon im letzten Jahr wird die Work Life Balance beziehungsweise die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit 83 Prozent am häufigsten genannt."

Gezielte Entwicklung von Karrieremodellen

Gerade gut ausgebildete Fachkräfte beurteilten Unternehmen in zunehmendem Maße auch nach nicht-monetären Leistungen. Um den gestiegenen Gehaltserwartungen gerecht zu werden, ergänzten viele Arbeitgeber die rein monetäre Vergütung demnach durch attraktive Benefitprogramme und die gezielte Entwicklung von Karrieremodellen.

Für die jährlich durchgeführte Studie hat Lurse zwischen Mai und August 2022 online Personalverantwortliche aus 244 deutschen Unternehmen befragt. Bei ihnen handelt es sich überwiegend um große Mittelständler sowie DAX- und MDAX-Konzerne aus allen für Deutschland relevanten Branchen: von IT- und Elektronik-Anbietern über Finanzdienstleister, Fahrzeug- und Anlagenbauer bis zu Pharma-, Chemie- und Energieunternehmen. (jk)

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