Die Stadtwerke Münster sollen sich mit ihrem entlassenen Kaufmännischen Geschäftsführer Henning Müller-Tengelmann gütlich auf eine Aufhebung des Dienstvertrags geeinigt haben. Das berichteten die normalerweise gut unterrichteten "Westfälischen Nachrichten" am Dienstag. Sie beriefen sich dabei auf eigene Recherchen. Demnach findet der Kommunalversorger Müller-Tengelmann mit 1,2 Mio. Euro ab. Dies entspreche 80 Prozent dessen, was er ihm im ungünstigsten gerichtlichen Fall nachzahlen müsste (Worst-case-Szenario). Aufsichtsratschef Kämmerer Alfons Reinkemeier (CDU) habe am Montag im Aufsichtsrat für die Einigung geworben, auch um einen Imageschaden durch einen Gerichtsprozess zu vermeiden; demnächst befinde der Rat darüber.
Zur Vorgeschichte: Henning Müller-Tengelmann hatte sich monatelang auch öffentlich mit seinem damaligen gleichberechtigten technischen Kollegen Dirk Wernicke gestritten. Im September 2018 entließ der Rat beide. Dabei schloss man mit Wernicke recht rasch einen Aufhebungsvertrag. Müller-Tengelmann dagegen, dessen Vertrag erst wenige Monate zuvor trotz der Querelen um fünf Jahre verlängert worden war, reichte beim Landgericht Münster Klage ein.
Ruhigere Fahrwasser
Damals berief der Rat Stefan Grützmacher interimistisch zum Alleingeschäftsführer. An diesem 1. September respektive am 1. Oktober soll das neue dauerhafte Geschäftsführer-Duo aus Sebastian Jurczyk und Frank Gäfgen seine Arbeit aufnehmen. Sie teilen sich die Ressorts anders auf: Jurczyk verantwortet die Energiesparte und sitzt daher auch der Geschäftsführung vor, Gäfgen kümmert sich um den Mobilitätssektor.
Aufsichtsratschef Reinkemeier verwies gegenüber den "WN" auf seine Verschwiegenheitspflicht in laufenden Vorgängen. Eine ZfK-Anfrage bei ihm läuft seit Dienstag. Die Stadtwerke lehnten eine Stellungnahme ab. (geo)



