44 Prozent der Young Professionals können sich vorstellen im ländlichen Raum zu leben. Die Kleinstadt wird von 57 Prozent in Erwägung gezogen, wie eine Studie des Instituts für Beschäftigung und Employability (ibe) festgestellt hat. Ebenfalls 57 Prozent der Befragten zeigten demnach Interesse an einer mittelgroßen Stadt als Wohnort.
Großstädte und Metropolen standen nicht so hoch im Kurs: 42 Prozent der befragten unter 35-Jährigen zogen die Großstadt als Wohnort in Betracht. Lediglich 27 Prozent der Befragten bevorzugten die Metropole.
Männer zieht es eher in die Metropolen
Dabei wohnten 44 Prozent der Befragten in einer Großstadt oder einer Metropole. 33 Prozent haben ihren Wohnort im ländlichen Raum oder in einer Kleinstadt. Fast alle Young Professionals signalisieren dabei Mobilität in Bezug auf den Wohnort. Der ländliche Raum scheine an Attraktivität zu gewinnen, schlossen die Studienautor:innen daraus.
Dabei bevorzugte fast jede zweite weibliche Befragte den ländlichen Raum. Mehr als 60 Prozent der befragten Frauen können sich vorstellen, in einer Kleinstadt zu leben und fast 60 Prozent sehen für sich eine mittelgroße Stadt als Wohnort. Dagegen erwogen nur 40 Prozent der befragten Männer, in den ländlichen Raum zu ziehen.
Familienbezug spielt wichtige Rolle
Die Befragung machte außerdem deutlich, dass viele Young Professionals eine Heimatverbundenheit und einen Familienbezug haben. Mit Abstand, aber mit einer gewissen Relevanz, werden die Treue zum Arbeitgeber, die Partnerschaft, Wohn- und Lebenshaltungskosten (in anderen Regionen) sowie Mentalitätsunterschiede ebenfalls als Gründe benannt. So führten 87 Prozent der weiblichen Befragten den Familienbezug als Grund an, einen Wohnort nicht zu verlassen.
78 Prozent der Young Professionals zeigten Mobilität über die Bundeslandesgrenzen hinweg. Allerdings ist nicht jedes Bundesland gleichermaßen als Wohnort attraktiv: Besonders beliebt waren Hamburg und Bayern. Auch Nordrhein-Westfahlen, Niedersachsen, Berlin und Baden-Württemberg konnten punkten. unter anderem Sachsen, Brandenburg und Thüringen zeichneten sich durch eine geringe Attraktivität aus.
Vergütung ist Standortnachteil für Ostdeutschland
Von besonderer Bedeutung waren für die Befragten dabei die Verkehrsinfrastruktur und der ÖPNV, IT-Infrastruktur, Sicherheit, bezahlbarer Wohnraum, niedrige Lebenshaltungskosten, Bildungsangebote sowie Nähe zur Natur. Das Angebot an Arbeitgebern und Immobilienangeboten hatten eine mittlere Relevanz. Kulturangebote und die Berichterstattung über den Wohnort waren eher unwichtig.
Für den "idealen" Arbeitgeber würden jedoch die meisten Young Professionals "ihre" Region verlassen, mobil sein und umziehen – trotz Heimatverbundenheit und Familienbezug. Vor allem die männlichen Young Professionals zeigten dieses Muster. Die Vergütung in der Region des Arbeitsgebers spielte ebenfalls eine Rolle. Dies war ein Standortnachteil für Ostdeutschland und ein Standortvorteil für Süddeutschland. Nicht zuletzt wurde in der Befragung deutlich, dass mit zunehmendem Anteil von mobiler Arbeit der Arbeitsstandort eine geringere Rolle spielt.
900 unter 35-Jährige befragt
An der repräsentativen Befragung haben dem IBE zufolge 899 Young Professionals teilgenommen. Als Young Professionals wurden dabei die unter 35-Jährigen definiert, die entweder in Ausbildung sind oder einer Berufstätigkeit nachgehen, die nicht mehr als 5 Jahre ausmacht.
Im Rahmen der Befragung verfügten 43 Prozent der Befragten über eine Berufserfahrung von 1 bis 5 Jahren, 14 Prozent der Befragten sind Berufseinsteiger:innen und 43 Prozent der Befragten befinden sich in einer dualen oder Hochschul-Ausbildung. Dabei waren 54 Prozent der Befragten Young Professionals Frauen und 46 Prozent Männer. (jk)


