Die bisherige Kaufmännische Leiterin und Prokuristin der Stadtwerke Kleve am Niederrhein, Claudia Dercks (52), ist am Dienstag zur Alleingeschäftsführerin aufgestiegen. Der Aufsichtsrat hatte sich einstimmig für sie aus 78 Bewerbern entschieden. Das war seit März bekannt. Der ZfK erzählte sie am Montag, dem letzten Arbeitstag mit Prokura, ihre Schwerpunkte würden die Energiewende und die Digitalisierung werden. Die Stadtwerke Kleve stünden "sehr gut da", hätten frühzeitig dezentrale innere Strukturen aufgebaut und seien von ihrem Vorgänger Rolf Hoffmann "solide" und "nachhaltig" geführt worden. Diese Art wolle sie weiterführen.
Claudia Dercks verbrachte ihr gesamtes bisheriges Arbeitsleben bei den Stadtwerken Kleve:
- 1985 begann sie dort ihre Ausbildung zur Industriekauffrau begonnen.
- Danach sattelte sie die Bilanzbuchhalterin drauf.
- Neben dem Beruf machte sie dann "abends, an Wochenenden und in Urlauben" den Abschluss als Diplom-Kauffrau (FH) in der Fachrichtung Betriebswirtschaft – und das noch "ohne konkretes berufliches Ziel", sagte sie der ZfK.
- Ein erstes Ziel eröffnete sich 2008: Sie übernahm die Kaufmännische Leitung.
- 2009 bekam sie Prokura.
Hoffmann fing mit 61 Millionen Minus an
Hoffmann ging am Montag in Ruhestand, nach 27 Jahren an der Spitze des Stadtwerks. Er wünschte laut "Rheinischer Post" nur eine Abschiedsfeier im kleinen Kreis, „das wollte ich nicht, das muss ja nicht sein“, wurde er zitiert. Dabei steht Hoffmann für eine beeindruckende Turn-around-Geschichte: Als er die Führung übernahm, waren die Stadtwerke Kleve mit 61 Millionen Mark im Minus, jetzt schüttet die GmbH jährlich vom Gewinn in den Stadtsäckel aus.
In Hoffmanns Ära fielen laut der Lokalzeitung Neuerungen wie:
- schon 1995 ein vertraglicher Gülle-Deckel für Landwirte in der Nähe der Wasserschutzgebiete,
- ein Aufforstungsprogramm über Trinkwasserreservoirs zusammen mit dem staatlichen Forstamt,
- ein früher Einstieg ins Ladestationen-Geschäft sowie
- der Verzicht auf Beteiligungen an Steinkohlekraftwerken. (geo)



