Die Stadtwerke Herne wollen künftig Anlagenmechaniker und -mechanikerinnen für Rohrsystemtechnik ausbilden. Grund für die neue Sparte, die das nordrhein-westfälische Kommunalunternehmen ab diesem September anbietet, ist der dringende Fachkräftebedarf in Sachen Fernwärme. Diese gilt auch in Herne als wichtiger Pfeiler der Wärmewende.
Die Stadtwerke betreiben nach eigenen Angaben ein 20 Kilometer langes Fernwärmenetz. Gespeist wird dieses derzeit mit Wärme, die in dem örtlichen Blockheizkraftwerk erzeugt wird. Dieses wird mit Grubengas betrieben. Die Nutzung des Energieträgers, der im Normalfall ungenutzt in die Atmosphäre entweichen würde, gilt als klimaschonend. Abgesaugt aus mehreren hundert Metern Tiefe dient das Gas zunächst als Stromquelle und wird ergänzend auch zur Wärmeerzeugung genutzt.
"Ausbilden statt aussitzen"
Aufgabe der zukünftigen Auszubildenden sei es, die komplexen unterirdischen Rohrsysteme für Gas und Fernwärme am Laufen zu halten, teilen die Stadtwerke mit. Anlagenmechaniker prüfen, warten und modernisieren Anlagen und Leitungen, wodurch die Energieversorgung gewährleistet wird. Eine zunehmend größere Rolle spielt dabei der Ausbau der Fernwärme durch die Stadtwerke.
"Wir arbeiten mit aller Kraft daran, die Wärmeversorgung effizienter und nachhaltiger zu machen", begründet Georg Bohmke, Ausbildungsleiter bei den Stadtwerken, den Aufbau der neuen Ausbildungssparte. "Ohne qualifizierte Fachleute geht das nicht. Ausbilden statt aussitzen lautet darum unsere Devise."
Kooperation mit Edelstahlwerken
Gesucht werden vorzugsweise Menschen mit Fachoberschulreife. Laut Anzeige sollten sie über gute Kenntnisse in den Fächern Mathematik und Physik verfügen und Spaß an Metallbearbeitung, Maschinen und Elektronik haben. Im Gegenzug winken ihnen eine, laut Stadtwerken, "attraktive Vergütung" gemäß Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes sowie vermögenswirksame Leistungen.
Die Ausbildung soll dreieinhalb Jahre dauern. Die Stadtwerke wollen dabei mit der Karrierewerkstatt der Deutschen Edelstahlwerke in Witten kooperieren. (hb)




