In Doppelfunktion aktiv: Karin Pfäffle ist Geschäftsführerin von Stromnetz Hamburg und Vorsitzende des VKU-Ausschusses Personal.

In Doppelfunktion aktiv: Karin Pfäffle ist Geschäftsführerin von Stromnetz Hamburg und Vorsitzende des VKU-Ausschusses Personal.

Bild: © Stromnetz Hamburg

Welche Themen haben die HR-Manager der Stadtwerke für das neue Jahr auf der Agenda? Zwei Fragen an Karin Pfäffle, Geschäftsführerin von Stromnetz Hamburg und Vorsitzende des VKU-Ausschusses Personal. In diesem Gremium informiert und berät der VKU Personalverantwortliche kommunaler Unternehmen.

Frau Pfäffle, vor welchen Herausforderungen sehen Sie die HR-Abteilungen der Stadtwerke im Jahr 2024?

Die kommunale Energie- und Wasserwirtschaft, aber auch die Abfallwirtschaft und die Telekommunikationsversorgung spüren den Fach- und Arbeitskräftebedarf bereits. Und er könnte zu einem Flaschenhals für gesamtgesellschaftliche Großprojekte werden: Sei es bei der Energie- und Wärmewende in den Stadtwerken oder bei der Anpassung der Wasserwirtschaft an die Folgen des Klimawandels. Genauso aber auch beim Ausbau der Glasfasernetze für schnelles Internet in Stadt und Land oder auch beim Wandel zu mehr Nachhaltigkeit in der Abfallentsorgung.

Für das kommende Jahr steht deshalb die strategische Personalplanung sicherlich bei allen Stadtwerken ganz oben auf der Agenda, also die Frage: Wie können wir das künftige Ausscheiden von Beschäftigten durch den demographischen Wandel noch besser voraussehen und entsprechende neue Arbeitskräfte suchen? Zudem gilt es, mithilfe eines erfolgreichen Wissensmanagements die Kenntnisse der ausscheidenden Beschäftigten für das Unternehmen zu erhalten und an die nächste Generation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiterzugeben. Ein weiteres zentrales Thema wird die Frage sein, wie wir weiter die Arbeitgeberattraktivität steigern, z. B. durch gutes Employer Branding. Hier sind wir verbandsseitig durch unsere neue VKU-Fach- und Arbeitskräfte-Initiative KOMMUNAL KANN auf einem sehr guten Weg. 

Wie weit ist KOMMUNAL KANN fortgeschritten und was ist weiter geplant?

Wir wollen über KOMMUNAL KANN vermitteln, dass sich kommunale Unternehmen mit vielen Themen befassen, die gerade auch die junge Generation bewegen – sei es Klimaschutz, Versorgungssicherheit oder Nachhaltigkeit. Und die Kommunalen sind – das möchte ich betonen – gut bezahlende und sichere Arbeitgeber. KOMMUNAL KANN ist im Sommer 2023 mit dem Ziel gestartet, viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das „Team Kommunalwirtschaft“ zu gewinnen und sie auch zu halten.

Die Initiative bietet bereits jetzt eine reichhaltige Toolbox für kleinere und große Mitgliedsunternehmen: Vorlagen für Stellenanzeigen, Werbeplakate, Web-Banner, aber auch Vorlagen, die Unternehmen mit ihren eigenen Marken und Strategien flexibel kombinieren können. Und auf der Website von KOMMUNAL KANN können sich alle Unternehmen mit einer Landingpage als Arbeitgeber präsentieren. Arbeitssuchende finden die Unternehmen dort über eine Deutschlandkarte. Wir möchten 2024 noch mehr Content für die Social Media-Kanäle unserer Mitgliedsunternehmen erstellen. Außerdem wird es gezielte Aktionen vor Ort geben, um KOMMUNAL KANN in der Region des jeweiligen Mitgliedsunternehmens bekannt zu machen.

Petra Felber leitet die Abteilung Personal der Stadtwerke Fürstenfeldbruck.

Bild: © Stadtwerke Fürstenfeldbruck

Stadtwerke Fürstenfeldbruck: Neue Tools 

„Wir sind für Fach- und Führungskräfte ein attraktiver Arbeitgeber in der Region und wollen uns diesbezüglich noch stärker gegenüber der Konkurrenz positionieren. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist dies sicherlich eine große Herausforderung, doch sind wir zuversichtlich, die gesteckten Ziele umzusetzen bzw. zu erreichen", betont Petra Felber, Abteilungsleiterin Personal der Stadtwerke Fürstenfeldbruck. Dafür ist verstärkt die aktive Nutzung von Social-Media-Plattformen und Branchenevents geplant. Die gute Unternehmenskultur, die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten und die Leistungen für die Mitarbeitenden sollen noch stärker herausgestellt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Implementierung von Tools und Technologien, die HR-Prozesse automatisieren und die Effizienz steigern. Beispiele sind Recruiting, Onboarding oder Performance Management. Auch für das Active Sourcing – die proaktive Suche nach qualifizierten Kandidaten – gibt es schon digitale Lösungen. Darüber hinaus ist die Optimierung des Mobile Recruiting in vollem Gange. Die Stadtwerke Fürstenfeldbruck rekrutieren auch intern: High-Potential-Mitarbeitende für zukünftige Schlüsselpositionen sollen erkannt und gezielt weiterentwickelt werden – um sicherzustellen, dass die Organisation über eine talentierte Führungsmannschaft verfügt. „Eine ganzheitliche Herangehensweise stärkt die Fähigkeit, Top-Talente zu gewinnen und zu binden. Entscheidend für eine gute und vor allem langfristige Personalrekrutierung bleibt aber, mit Herz und Verstand Personal auszuwählen, zu halten und weiter zu qualifizieren", so Felber.

Martin Wiechmann ist Bereichsleiter Personal der Stadtwerke Kaiserslautern.

Bild: © Stadtwerke Kaiserslautern

Stadtwerke Kaiserslautern: Social-Media-Recruiting

Die Stadtwerke Kaiserslautern (SWK) aktualisieren derzeit ihre mittel- und langfristige Personalplanung. „Unser HR-Bereich hat viel vor im Jahr 2024“, betont Martin Wiechmann, Bereichsleiter Personal der SWK. Auslöser für diese Entwicklung waren auch hier die Auswirkungen des demografischen Wandels und die fortschreitende Digitalisierung. Geplant sind unter anderem eine detaillierte Untersuchung der Stellenprofile, der Aufbau eines professionellen LinkedIn-Portals, die Optimierung des Content-Managements sowie neue Konzepte und Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung (z. B. betriebliches Gesundheitsmanagement und die Förderung agiler Arbeitsmethoden).

In diesem Zusammenhang überarbeitet die SWK die Leitlinien zur Unternehmens- und Führungskultur. Damit will sie die Arbeitgebermarke weiterentwickeln und ihre Sichtbarkeit und Attraktivität erhöhen. Wiechmann betont: „Wir sind davon überzeugt, dass wir ein tolles, gesundes Unternehmen mit vielen spannenden Herausforderungen sind. Die Energieversorgung ist eine Branche mit viel Potenzial und Chancen. Das alles möchten wir noch deutlicher zeigen als bisher. Bei uns wird die Zukunft der Region gestaltet.“

Deshalb steigt das Unternehmen auch in das Social-Media-Recruiting ein. „Unser Ziel ist, bei der Besetzung offener Stellen auch interessierte, aber passive Interessentinnen und Interessenten zu erreichen und für eine Mitarbeit bei der SWK zu begeistern.“ Rekrutiert wird nicht mehr nur mit Stellenanzeigen. Künftig wird dieser Prozess auch umgekehrt ablaufen, indem sich die SWK mit der jeweiligen Vakanz direkt bei interessanten Kandidatinnen und Kandidaten bewirbt. „Das geht derzeit nirgendwo besser als in den sozialen Netzwerken", ist sich Wiechmann sicher.

Nadine Horn geht bei den Stadtwerken Jena neue digitale Wege als Bereichsleiterin Personal.Bild: © Stadtwerke Jena

Stadtwerke Jena: Digitale Transformation 

Nadine Horn, Bereichsleiterin Personal der Stadtwerke Jena, beschreibt, wohin die Reise geht: „Das Jahr 2024 steht im Personalbereich der Stadtwerke Jena im Zeichen der digitalen Transformation:  Wir implementieren ein modulares HR-System mit umfangreichen Self-Service-Funktionen für Mitarbeitende über Führungskräfte bis hin zu Betriebsräten und Personalverantwortlichen in der gesamten Unternehmensgruppe. Die Einführung wird nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Interaktion und Kommunikation im Unternehmen verbessern. Der intensive Austausch mit allen Beteiligten im Vorfeld der Einführung des Systems hilft uns dabei, die Bedürfnisse der Nutzenden genau zu verstehen und das HR-System entsprechend anzupassen."

Außerdem steht die Gewinnung und Bindung von Talenten weiterhin im Zentrum der Bemühungen. "Wir optimieren unser Recruiting und stärken unsere Arbeitgebermarke. Um Mitarbeitende langfristig zu binden, entwickeln wir gezielt Maßnahmen weiter, die die Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhalten. In dem Zusammenhang muss auch die Führungskultur 2024 weiter in den Fokus unseres Tuns rücken. Die sich verändernden Anforderungen an Führungsarbeit erfordern eine Definition neuer Führungsprinzipien. Eine starke Führungskultur ist entscheidend für den Erfolg und die positive Entwicklung unserer Teams und damit unseres gesamten Unternehmens.“ (bs)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper