Restrukturierungs-Experte Ralf Schmitz von der Düsseldorfer Unternehmensberatung Schmitz & Partner wird fünftes Mitglied der Steag-Geschäftsführung.

Restrukturierungs-Experte Ralf Schmitz von der Düsseldorfer Unternehmensberatung Schmitz & Partner wird fünftes Mitglied der Steag-Geschäftsführung.

Bild: © Steag

Der Transformationsprozess des Energieversorgers Steag zeigt laut einer Pressemitteilung bereits nachhaltige, positive Effekte. Dank signifikanter Kapitalzuflüsse durch  "mehrere ertragreiche Transaktionen wie dem Verkauf des Tochterunternehmens Steag Power Minerals und der erfolgreichen Teilnahme an Stilllegungsauktionen" im Rahmen des Kohleausstiegs habe der Essener Versorger wichtige Meilensteine erreicht.

Zudem habe sich die wirtschaftliche Lage, des nach wie vor vollständig in kommunalem Besitz befindlichen Konzerns, spürbar verbessert – dazu habe auch der jüngste positive Geschäftsverlauf beigetragen. Aufgrund des geringeren Windaufkommens in den vergangenen Monaten etwa seien Kohlekraftwerke am Markt deutlich besser positioniert gewesen, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Das Jahresergebnis für 2020 hat die Steag bisher noch nicht kommuniziert, die Veröffentlichung wird im September erwartet.

Ab November 2022 ist nur noch Walsum 10 am Strommarkt

Aus heutiger Sicht werde ab November 2022 nur noch das hochmoderne Steinkohlekraftwerk Walsum 10 am Strommarkt teilnehmen, teilt der Versorger mit. Alle anderen Blöcke seien in den Stilllegungsauktionen entweder bezuschlagt oder zur Stilllegung angemeldet worden. Bei Walsum 10 prüfe die Steag die Umstellung auf Holzpellets. "Damit kann der Kohleausstieg in Deutschland in kürzester Zeit vollzogen werden", heißt es weiter.

"Wir steigen zügig aus der Kohleverstromung aus und erschließen uns mit ganzheitlichen Energielösungen zur Dekarbonisierung industrieller Produktionsprozesse, mit erneuerbaren Energien und der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle neue Wachstumsfelder und Märkte außerhalb unseres bisherigen Kerngeschäfts“, sagt Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Steag-Geschäftsführung.

Der Unternehmen tritt nach eigenen Angaben nun in eine Transformationsphase mit veränderten Schwerpunkten ein. Die finanzielle Konsolidierung ist offenbar schneller erreicht worden als erwartet und soll nun die Basis für die wirtschaftliche Neuausrichtung bilden. Künftig soll noch stärker die Ausrichtung und die Weiterentwicklung des Geschäfts im Vordergrund stehen.

Darauf reagiert man nun mit einem Wechsel in der Geschäftsführung: Der  Chief Transformation Officer (CTO) Carsten König (50), Managing Director der Unternehmensberatung AlixPartners, verlässt das Unternehmen. Der Experte für finanzielle und operative Reorganisationen war im Februar dieses Jahres zum Steag-Geschäftsführer bestellt worden.

Ralf Schmitz wird fünftes Mitglied der Steag-Geschäftsführung

Neu in die Steag-Geschäftsführung hat der Aufsichtsrat Ralf Schmitz (54) berufen. Der Partner der Düsseldorfer Unternehmensberatung Schmitz & Partner verfügt über umfassende Erfahrung in der Restrukturierung und Transformation von Unternehmen im Industriesektor. Der studierte Wirtschaftsingenieur wird neben Joachim Rumstadt (Vorsitzender), Andreas Reichel (Personal und Arbeitsdirektor), Heiko Sanders (Finanzen) und Ralf Schiele (Markt und Technik) fünftes Mitglied der Steag-Geschäftsführung.

Guntram Pehlke, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Steag GmbH, dankt dem scheidenden CTO für seinen intensiven Einsatz in den vergangenen Monaten: „Carsten König war bereit, diese Aufgabe kurzfristig und – mit Blick auf die damalige Situation der Steag – unter schwierigen Bedingungen anzutreten. Dafür gebührt ihm unser ausdrücklicher Dank.“

Die Fortsetzung des eingeschlagenen Wegs zur zukunftsfähigen Ausrichtung des Energieunternehmens sieht der Steag-Aufsichtsratsvorsitzende nun bei Ralf Schmitz und der übrigen Geschäftsführung in guten Händen: „Die Basis ist geschaffen, jetzt gilt es, die nächsten Schritte praktikabel und effektiv umzusetzen.“

Übertragung der Steag-Anteile an die RAG-Stiftung steht noch aus

Noch nicht in vollzogen ist offenbar indes die Übertragung der Steag-Anteile der kommunalen Gesellschafter Dortmund, Duisburg, Bochum, Essen, Oberhausen und Dinslaken an die Treuhänderin RAG-Stifung. Laut ZfK-Informationen war diese für Ende Juni/Anfang Juli geplant. Die Vollzugsmeldung über die Unterzeichnung des Treuhandvertrags steht noch aus.

Die Steag soll unter dem Dach der Stiftung saniert und neu ausgerichtet und damit attraktiv für potentielle Investoren gemacht werden. Fast alle kommunalen Steag-Gesellschafter wollen sich von ihren Anteilen trennen. Auch in Dortmund ist eine Veräußerung kein Tabu mehr.  (hoe)

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