Der Arbeitskräftemangel zwingt kommunale Unternehmen dazu, im Recruiting mittlerweile auch aktiv an potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten heranzutreten. Künstliche Intelligenz (KI) könne dabei helfen, gezielt potenzielle Bewerberinnen und Bewerber aufzuspüren, zu identifizieren und anzusprechen. Die Stadtwerke Heidelberg haben nun mit dem Lehrstuhl für Public Management & Public Policy der Zeppelin Universität untersucht, wie sich KI praxisnah einsetzen lässt.
In der Studie "Erfolgsfaktoren für die KI-gestützte Personalgewinnung von Fach- und Führungskräften bei öffentlichen Arbeitgebern – KI Sourcing Success (KISS)" ging es vor allem um den Einsatz von KI bei der Direktansprache (Active Sourcing). Dabei habe sich gezeigt, dass die KI-gestützte Direktansprache für öffentliche Arbeitgeber oder auch als Shared Service ökonomisch sinnvoll sein kann, insbesondere im Vergleich zur externen Vergabe, wie die Studienpartner mitteilen.
Proaktiv an Fachkräfte herantreten
"Die Studie nimmt die postmoderne Lebenswirklichkeit in den Fokus und liefert ganz neue Ansätze, mögliche Fachkräfte im Netz aufzuspüren und proaktiv an sie heranzutreten; dem Personalmanagement öffentlicher Unternehmen werden somit ungeahnte Möglichkeiten eröffnet", sagt Tobias Bringmann, Geschäftsführer der VKU-Landesgruppen Baden-Württemberg.
"'Active Sourcing' verspricht im Zusammenwirken mit Künstlicher Intelligenz eine ungleich höhere Trefferquote für geeignete Talente, als gegenüber konventionellen Personalgewinnungsmaßnahmen wie der guten, alten Stellenausschreibung von anno dazumal", so Bringmann weiter.
Zurückhaltung bei Führungskräften
Ein weiteres Ergebnis der Studie sei, dass Fach- und Führungskräfte im Durchschnitt eher mit Skepsis und Zurückhaltung auf den Einsatz von KI-Anwendungen reagierten, insbesondere Frauen. "Der Einsatz von KI sollte daher so ausgestaltet werden, dass dies vermieden wird", betont der Verbandsvertreter. "Wir freuen uns daher umso mehr, dass bereits während des Feldexperiments erfolgreich Stellen besetzt werden konnten."
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat die Studie gemeinsam mit Stromnetz Hamburg und den Stadtwerken Neumünster unterstützt. Die Studie war als Feldexperiment ausgestaltet und bezog sich auf echte Vakanzen der Stadtwerke Heidelberg. Verwendet wurde demnach eine bereits am Markt erhältliche KI. (jk)



