Die Wahl des Arbeitsortes nach ökologischen Gesichtspunkten, gehört zu den Zukunftsszenarien der Fraunhofer-Studie. (Symbolbild)

Die Wahl des Arbeitsortes nach ökologischen Gesichtspunkten, gehört zu den Zukunftsszenarien der Fraunhofer-Studie. (Symbolbild)

Bild: © Good Studio/AdobeStock

Nahezu jedes Unternehmen beschäftigt sich derzeit mit der Frage, wie zukunftssicher die eigenen Arbeits- und Bürostrukturen noch sind. Und wie es mit Büroflächen und -immobilien angesichts der hohen Dynamik umgehen soll. Damit haben sich nun Forschende des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO beschäftigt.

Die nun veröffentlichte Studie "Beyond Multispace – Szenarien zu veränderten Anforderungen an Büroflächen und -immobilien im urbanen Umfeld bis 2030" enthält dabei vier Szenarien, um mögliche Entwicklungen der zukünftigen Arbeitswelten zu beschreiben. Diese sollen dazu dienen, unterschiedliche Entwicklungsoptionen aufzuzeigen und Organisationen in der Praxis dabei unterstützen, sich darauf einzustellen sowie geeignete Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Ökologische und individuelle Arbeitswelt

Aus den vier entwickelten Szenarien "Neue freie Welt", "Zurück aus der Zukunft", "Neues grünes Europa" und "Individueller Fokus" gehen demnach verschiedene Arbeitswelten hervor: eine hochgradig flexibilisierte Arbeitswelt, eine sich eher vorsichtig wandelnde und stärker an der Zeit vor der Pandemie orientierte Arbeitswelt, eine sehr ökologisch bewusste Arbeitswelt sowie eine stark auf Individualität ausgerichtete Arbeitswelt.

Dabei fanden die Forschenden auch Gemeinsamkeiten, die für jede Organisation relevant sind: Dazu gehören etwa Hybridität, Büroflächenbedarf, Wohlbefinden, Vernetzung, Nachhaltigkeit oder Gesetzgebung. Welches Szenario für welche Organisation und Gruppe von Mitarbeitenden am besten geeignet ist, hänge dabei von vielen Einflussfaktoren, wie beispielsweise dem Alter der Mitarbeitenden, ab.

Mischformen sind denkbar

Daher geht das Forschungsteam davon aus, dass keine Eins-zu-eins-Umsetzung der einzelnen Szenarios stattfinden wird. Vielmehr können auch mehrere Szenarien auf eine Organisation zutreffen. So sind auch Mischformen der verschiedenen Szenarien denkbar.

"Unsere Studie beschreibt Möglichkeitsräume, wie Büroumgebungen zukünftig gestalten werden könnten", empfiehlt Carina Müller, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team Workspace Innovation am Fraunhofer IAO und Mitautorin der Studie. Dennoch sollte jede Organisation für sich feststellen, in welchem Szenario sie sich und ihre Mitarbeitenden sieht. Anschließend sollte sie dann strategische Maßnahmen ergreifen.

Durch stetigen Wandel geprägt

"Zudem haben wir verschiedene Ebenen identifiziert von der einzelnen Tätigkeit bis hin zur gesamten Organisation, die die Ausrichtung der zukünftigen Arbeits- und Bürowelt entscheidend beeinflussen", ergänzt Teamkollegin und Mitautorin Alina Käfer. Dazu gehöre beispielsweise die Organisationskultur, die auf jeden Fall in der Strategie berücksichtigt werden sollte.

Die zukünftige Arbeitswelt soll dabei multilokal, vielfältig sowie erlebnisorientiert sein, und durch einen stetigen Wandel und Inszenierung geprägt sein. Die sich kontinuierlich ändernden Anforderungen an Büroimmobilien können einerseits eine Herausforderung darstellen.

Konkrete Bürokonzepte im nächsten Schritt

Andererseits bieten sie jedoch die Möglichkeit, die Rolle der Büroräume aktiv und konstruktiv für die Zukunft neu zu definieren und zu gestalten – durch ein Zusammenspiel aus Wirtschaft, öffentlicher Hand, Politik und Gesellschaft.

In einer neuen Phase wollen die Forschenden ihre Arbeit mit den Szenarien fortsetzen. Diese sollen im nächsten Schritt in konkrete Bürokonzepte und innovative Nutzungsmodelle sowie neue Mitarbeitenden-Typologien übersetzt werden. (jk)

Zur Studie geht es hier.

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