Eine neue Studie hat untersucht, woran Unternehmen die Resilienz ihrer Mitarbeitenden erkennen. (Symolbild)

Eine neue Studie hat untersucht, woran Unternehmen die Resilienz ihrer Mitarbeitenden erkennen. (Symolbild)

Bild: © siraanamwong/AdobeStock

Die Management- und Technologieberatung Bearingpoint hat untersucht, wie Mitarbeitende dabei unterstützt werden können, Veränderungen zu bewältigen und so den Unternehmenserfolg zu steigern. Dabei wurde ein Werkzeug entwickelt, mit dem Organisationen ihre Resilienz bewerten können.

Die meisten Unternehmen wissen demnach, dass ihr Erfolg auf der Fähigkeit der Mitarbeiter*innen beruht, Veränderungen zu bewältigen. Doch nur 60 Prozent der Unternehmen halten ihre Mitarbeitenden für resilient. Dabei müssen sich auch diese Organisationen weiterentwickeln.

55 Prozent wollen mehr Informationen über das Projekt

Viele Unternehmen erkennen demnach, dass sie mehr zu einem Umfeld beisteuern müssen, in dem ihre Mitarbeitenden erfolgreich sein können. So gebe es beispielsweise einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Führungskräfte und dem Erfolg von Transformationsprojekten, so die Studienautor*innen.

Dennoch sei die Autonomie der sogenannten Frontline Manager immer noch gering (19 Prozent in Deutschland). Während 55 Prozent sich mehr Informationen während eines Projekts wünschen, möchten 45 Prozent klarere Leitlinien und eine engere Zusammenarbeit sowie 39 Prozent Zugang zu spezifischem Fachwissen bei der Durchführung von Veränderungsprojekten.

Fünf Dimensionen, widerstandsfähig zu sein

Die Studie soll dabei zeigen, dass die Mitarbeitenden Best Practice-Verfahren mit einem klaren, sinnhaften Ziel und einer eindeutigen Vision verbinden. Beispielhafte Unternehmen bieten zudem agile Arbeitsmodelle mit der Möglichkeit, flexibel zu reagieren, sowie strukturierte, und multidisziplinäreTeams, die befugt sind, Entscheidungen zu treffen.

Die Analyse von Bearingpoint will dabei beweisen, dass die Personalstrategie von erfolgreichen Unternehmen auf den fünf Dimensionen einer widerstandsfähigen Organisation basiert:

  • Befähigung der Mitarbeitenden für den Wandel
  • Verständnis des Ökosystems des Kunden
  • Ausrichtung der Datenstrategie an der Geschäftsstrategie
  • Einsatz von Technologie zur Verbesserung der Agilität
  • Aufbau einer effektiven Governance für intelligente Entscheidungen: Widerstandsfähige Unternehmen ermöglichen mithilfe einer durchdachten Governance eine bessere Entscheidungsfindung durch geeignete Strukturen, klare Entscheidungsprozesse und effektive Maßnahmen. Notwendig dafür sind: Investitionen in die Kapazitätsplanung für agile und flexible Arbeitsmodelle, eine Unternehmensstruktur aus Teams mit umfangreichen Kenntnissen, die in der Lage sind, eigenständig Entscheidungen zu treffen, sowie die Möglichkeit für Manager, multidisziplinäre und hochleistungsfähige Teams zu bilden.

Mitarbeiter*innen auf Veränderungen einstellen

"Führungsstrukturen werden zunehmend verschlankt", sagt Tobias Liebscher, Leiter Service Line People & Strategy bei Bearingpoint. "In der Folge kommt der Befähigung der direkten Vorgesetzten, Mitarbeiter zu entwickeln und zu führen, eine besondere Bedeutung zu. Wir beobachten, dass resiliente Unternehmen gezielt beispielsweise Team- oder Gruppenleiter im Verständnis der fünf Säulen der Resilienz schulen."

Ergebnis der Studie sei daher, dass eine gute Vorbereitung der Mitarbeiter*innen auf Veränderungen ein Kernpunkt einer Unternehmensstrategie sei müsse. Allerdings würden Kundenstrategien in der Realität meist gegenüber Personalstrategien priorisiert.

Kaskardierende Kommunikationsstruktur

Darüber hinaus würden Unterschiede zwischen den Branchen deutlich: So wiesen Regierungsorganisationen niedrigere Werte für die Widerstandsfähigkeit der Mitarbeitenden auf als andere Branchen. Der Studie zufolge haben führende Unternehmen des privaten Sektors auf wiederkehrende Krisen reagiert, indem sie mehr in ihre Mitarbeitenden investierten und so von einer erhöhten Widerstandsfähigkeit des Unternehmens profitierten.

"Die Personalstrategie darf keine abstrakte Vision der HR-Abteilung sein, sonderen muss insbesondere von den Führungskräften der Fach- und Funktionsbereiche getragen und vermittelt werden", führt Bearingpoint-Experte Liebscher aus. "Resiliente Organisationen haben eine kaskardierende Kommunikationsstruktur und stellen so die Umsetzung der Anforderungen an alle Mitarbeitenden sicher." (jk)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper