Praxispartner von Stop-it in Deutschland waren die Berliner Wasserbetriebe und Hessenwasser.

Praxispartner von Stop-it in Deutschland waren die Berliner Wasserbetriebe und Hessenwasser.

Bild: © deepagopi2011/AdobeStock

Die Netzwerk- und Sicherheitstransformation ist nicht zuletzt aufgrund der pandemiebedingen Umstellung auf die Cloud in vollem Gange. Gut jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) hat bereits entsprechende Projekte begonnen oder plant diese für die nächsten zwölf Monaten, wie eine vom Softwareentwickler Netskope in Auftrag gegebenen Studie zeigen soll. Demnach werden innerhalb der nächsten fünf Jahre sogar so gut wie alle Unternehmen (99,5 Prozent) hier aktiv.

Dies wirkt sich auch auf die IT-Abteilungen aus: Jedes vierte Unternehmen (28 Prozent) baut sein Sicherheitsteam aus oder rechnet damit, dass es aufgrund der Nutzung der Cloud wachsen wird, um den erweiterten Aufgabenbereich abzudecken. Dabei haben 46 Prozent der Unternehmen bereits Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten zu finden oder erwartet dies in der Zukunft.

Zuspitzende Bedrohungslage erhöht Fachkräftebedarf

"Die Netzwerk- und Sicherheitsteams erleben derzeit einen epochalen Wandel", sagt Frank Mild, Direktor für den deutschsprachigen Raum, Osteuropa und CIS von Netskope. "Wir sehen deutliche Änderungen in den Strukturen und der personellen Zusammensetzung der Teams."

Da die Cloud-Nutzung stark zunimmt, würden in den nächsten zwei Jahren in jedem dritten Unternehmen die Netzwerk- und Sicherheitsteam zusammengelegt. Denn es scheine perspektivisch nicht sinnvoll, die Teams zu trennen. "Hieraus und aus der sich zuspitzenden Bedrohungslage ergibt sich ein immer größerer Bedarf an Fachkräften, der immer schwieriger zu befriedigen ist", so Mild weiter.

Umschulung statt fertigen Kandidaten

Der häufigste Weg (44 Prozent) bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter ist nach wie vor die Suche nach Kandidaten mit vorhandenen Cloud-/SaaS-/IaaS-Fähigkeiten und -Erfahrungen. Aufgrund des bekannten Fachkräftemangels gehen Unternehmen jedoch verstärkt auch andere Wege: So beabsichtigen 38 Prozent der IT-Verantwortlichen, nach Bewerbern außerhalb des Cyber-Skills- oder IT-Marktes zu suchen und diese auszubilden beziehungsweise umzuschulen.

Für ein knappes Drittel (31 Prozent) ist die Auslagerung des Sicherheitsteams ein Ausweg aus der angespannten Personalsituation. Fast ebenso viele (30 prozent) beabsichtigen, Mitarbeiter aus dem Netzwerk-Bereich, Helpdesk und anderen internen Teams zu versetzen und bei Bedarf umzuschulen.

Unternehmen entwickeln Kreatitivät

"Wir stellen bei den Unternehmen angesichts der Herausforderung eine große Kreativität fest", erklärt Mild. "Nicht nur das Bewusstsein für Cybersicherheit, sondern auch für die Bedeutung des entsprechenden Personals wächst". Die digitale Transformation mache deutlich, dass die IT vom Blockierer zum Enabler werde.

Allerdings ist dies noch nicht überall zu erkennen, so die Studienautor*inenn weiter. Denn einige Unternehmen hätten hier noch einen großen Nachholbedarf.

Ein Drittel hat keinen CISO

Dies werde beispielsweise auch dadurch deutlich, dass fast jedes dritte befragte Unternehmen aus Deutschland (31 prozent) keinen CISO (Chief Information Security Officer).

Damit liegt Deutschland laut der Studie vier Prozentpunkte unterhalb des europäischen Durchschnitts. "Auch in diesem Bereich muss sich also noch eine Transformation vollziehen", resümiert Mild. (jk)

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