Drei Tage pro Woche: So viel arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Homeoffice-Anteil im Schnitt von zuhause aus. Das deckt sich auch mit dem Wunsch der Angestellten: Im Durchschnitt streben diese drei Tage pro Woche im Homeoffice an, wie eine Studie des Marktforschungsinstituts Ifak herausgefunden hat.
Ein Fünftel der Erwerbstätigen arbeitet demnach sogar an fünf Wochentagen von zuhause aus. Im Vergleich zu 2021 habe sich die Anzahl der Mitarbeitenden, die sich dauerhaft im Homeoffice befänden, allerdings fast halbiert, was dem Ifak zufolge auf den Wegfall von Corona-Bestimmungen zurückzuführen ist. Drei Viertel der Mitarbeitenden wollen demnach ihr dauerhaftes Homeoffice genauso fortsetzen - erläutern Forschende des Ifak im Magazin "Planung&Analyse".
Verpflichtung für zwei Tage
Auch für die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber funktioniere Homeoffice gut, heißt es in dem Beitrag weiter, denn mehr als ein Drittel der Befragten gebe an, dass sie vom Arbeitgeber keine Vorgaben in punkto Präsenztage im Büro gemacht bekämen.
"Gibt es dennoch eine Verpflichtung von Arbeitgeberseite, dann liegt diese im Schnitt bei zwei Tagen pro Woche", so Kerstin Harth, interne und externe Unternehmenskommunikation und Marketing, Ifak. "Damit können die allermeisten Erwerbstätigen sehr gut leben."
Open Space setzt sich durch
Auf der anderen Seite wollen offenbar nicht alle Erwerbstätigen, die im Homeoffice arbeiten, dies auch wirklich. Denn einige Betriebe hätten sich von zunehmend überflüssiger Bürofläche getrennt. Gut 30 Prozent der Befragten gibt an, dass in ihrem Betrieb das Konzept "Open Space" umgesetzt wurde.
Das heißt nichts anderes, als dass stationäre Arbeitsplätze im Betrieb weggefallen sind und sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an ihren Präsenztagen einen freien Platz im Büro suchen müssen. Gerade große Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind "Open Space"-Vorreiter, heißt es in dem Beitrag weiter.
Nachwuchskräfte unzufriedener
Dennoch ist der Wohlfühlfaktor im Homeoffice allgemein hoch. So stimmten in der Studie 82 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Homeoffice-Erfahrung, der Aussage "Alles in allem fühle ich mich wohl im Homeoffice" (voll und ganz) zu. Das waren sogar 5 Prozentpunkte mehr als während der Pandemie.
Überdurchschnittlich wohl fühlen sich erfahrene Mitarbeitende über 50 Jahre. Die Jüngeren bis 29 Jahren fühlen sich etwas weniger wohl. In der Lebenssituation der Jüngeren kommt vieles zusammen: Weniger Routine, häufigere Jobwechsel mit unzureichendem Onboarding oder begrenzter Wohnraum mit und ohne anspruchsvollem Nachwuchs.
Viele Mitarbeitenden haben sich arrangiert
Trotz des hohen allgemeinen Wohlfühlwerts werden jedoch alle weiteren gemessenen Aspekte rund ums Homeoffice 2022 von den Mitarbeitenden etwas schlechter bewertet als noch 2021. Es zeigten sich demnach sinkende Tendenzen bei:
- der Zufriedenheit mit der technischen Ausstattung
- dem strukturierten Arbeiten
- dem ungestörten Arbeiten in Ruhe
- der reibungslosen und unmissverständlichen Team- und Projektkommunikation
- dem Vorhandensein aller nötigen Informationen
Wurde 2021 noch der persönliche Kontakt zum Team stark vermisst, haben sich heute die Befragten mit der Situation arrangiert. Auch dass die Führungskraft ihr Verhalten der Homeoffice Situation angepasst hat, wird weniger positiv von den Mitarbeitenden honoriert.
Großunternehmen setzen auf Teambuilding
Einige Betriebe haben diese sozialen Fliehkräfte offenbar aber erkannt und wollen mit Maßnahmen für mehr Teamspirit und zur Stärkung der Unternehmenskultur dieser Entwicklung entgegenwirken. Vier von zehn Befragten geben an, dass ihre Arbeitgeber Maßnahmen für die psychische und physische Gesundheit anbieten, extra Räume für kreative Teamarbeit eingerichtet haben oder regelmäßig Team-Building-Maßnahmen anbieten. Auch hier waren große Unternehmen wieder die Taktgeber.
Für die Homeoffice-Studie haben das Marktforschungsinstitut Ifak aus Taunusstein und die Priotas GmbH, ein Spezialist für Mitarbeiterbefragungen mit Sitz in Köln, Mitarbeitende mit Homeoffice Erfahrung online befragt. Die Befragung fand Ende Oktober 2022 über das Bilendi & respondi Panel statt. Insgesamt flossen die Stimmen von 800 Berufstätigen, die innerhalb der letzten vier Wochen an mindestens einen Tag im Homeoffice gearbeitet haben, in die Bewertung ein. (jk)



