Die geplante Stromtrasse Südostlink von Sachsen-Anhalt nach Bayern soll in Thüringen komplett unterirdisch verlaufen. Dies sehen die Planungen des Netzbetreibers 50Hertz vor, wie Projektleiter Mark Pazmandy am Montag (3. Dezember) in Gera sagte. Die Trasse wird vor allem Strom aus erneuerbaren Energien transportieren. In Ostthüringen soll sie zwischen Eisenberg (Saale-Holzland-Kreis) und Gefell (Saale-Orla-Kreis) verlaufen.
Nach derzeitigem Planungsstand könnte Mitte 2019 das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, in dessen Rahmen noch Einwände gegen den Verlauf der Trasse vorgebracht werden können. Baustart soll 2022 sein und 2025 der erste Strom durch die neuen Erdkabel fließen.
Freileitung bei Auma?
Bei ihren Überlegungen hatten die Netzbetreiber auch Vorschläge vorliegen, die nun nicht mehr in Betracht gezogen werden. So gab es die Idee, zwischen Weida und Auma im Landkreis Greiz die Trasse ausnahmsweise als Freileitung auszuführen. Da aber gesetzliche Mindestabstände für Gleichstromleitungen zu Wohngebäuden nicht hätten eingehalten werden können, wurde diese Variante verworfen. Ebenfalls neu geplant wurde die Trassenführung bei Gera: Statt durch den Geraer Stadtwald ist nun ein Korridor weiter westlich eingeplant.
Die geplante Leitung von Wolmirstedt bei Magdeburg bis zum Kraftwerksstandort Isar ist 540 Kilometer lang. Auf Thüringen entfallen rund 85 Kilometer. Da die Variante über Weida und Auma verworfen wurde, verläuft die Trasse nun in einem kleinen Teilabschnitt auch im benachbarten Sachsen.
Kabel in 1,80 Meter Tiefe
Pazmandy trat Befürchtungen entgegen, die neue Stromtrasse könne negative Auswirkungen auf die Umwelt haben oder die Landwirtschaft beeinträchtigen. "Da die Erdkabel in rund 1,80 Meter Tiefe verlegt werden, können die darüberliegenden Flächen weiter landwirtschaftlich genutzt werden", erläuterte er. Auch durch die leichte Erwärmung der Kabel im Erdreich sei keine Beeinträchtigung zu erwarten. Eventuell auftretende elektromagnetische Felder im Bereich der Trasse seien so gering, dass die gesetzlich zulässigen Grenzwerte nicht erreicht würden.
Der nun vorgelegte Trassenkorridor ist einen Kilometer breit. "Wenn die Kabel verlegt werden, sind aber nur rund 40 Meter vom Bau betroffen", so der Projektleiter. Im Betrieb sei dann nur noch ein Schutzstreifen von 20 Metern notwendig, innerhalb dessen keine tief wurzelnden Bäume stehen dürften.
Untersuchungen zum Arten- und Gebietsschutz
Die Bundesnetzagentur (BnetzA) hat am Montag zum Projekt "Südostlink" alle Planungsunterlagen erhalten. Die Unterlagen waren von den Stromnetzbetreibern 50Hertz und Tennet eingereicht worden und betreffen den Abschnitt zwischen dem Raum Naumburg/Eisenberg und dem Raum Hof (Bayern). Neben der Raumverträglichkeitsstudie und der Strategischen Umweltprüfung beinhalten die eingereichten Unterlagen auch Untersuchungen zum Arten- und Gebietsschutz. (dpa/al)



